"Stirb langsam" mal ganz anders?
Bruce Willis kehrt nach gut 6 Jahren in seiner kultigen Paraderolle als Einzelgänger John McClane zurück, nur mit dem Unterschied das er seit Teil 3 nun mehr einen mal brauchbaren (Samuel L. Jackson) oder auch leicht nervigen (Justin Long) Sidekick spendiert bekam und die Action sich nun auf ganze Städte verteilte, anstatt sich durch ein Hochhaus oder nen Flughafen zu kämpfen. Das ging leider zu Lasten der Atmosphäre und allgemein das Spaßfaktors. Mit Teil 4 hielt auch der Actionbombast mit all seinem CGI - Firlefanz und Gaga - Actioneinlagen, ich sage nur Kampfjet, Einzug in die Franchise.
"Stirb langsam" anno 2013 fühlt sich irgendwie schal, beliebig und eher unfreiwillig komisch an, auch wenn hier auf ein PG - 13 zum Glück verzichtet wurde und der Bodycount ordentlich hoch ist. Allerdings sind McClanes neuste Gegner absolute Witzfiguren, die anstatt eines Hirns geistiges Vakuum in ihrer Matschbirne haben und nicht wirklich lange den Film überdauern wollen.
Nach Tochter Lucy, die hier einen kleinen Auftritt hat, der im Extended Cut ein bissl länger ist und das einzig positive daran ist, wird nun Johns Sohn Jake eingeführt, der souverän von Jai Courtney ("Spartacus: Blood and Sand") verkörpert wird und einige ebenfalls lockere Sprüche auf den Lippen hat. Größtes Problem ist allerdings das marode Vater - Sohn - Konstrukt was kaum zur Geltung kommt, da der Film wenige Ruhephasen hat, in denen er leider vollends versagt, da die Story oller Käse ist und die Action zu ausgedehnt, aufgeblasen und auf optischen, wenn auch hübschen Overkill getrimmt ist, der diesmal so richtig Too Much ist, im wahrsten Sinne des Wortes, wenn sich eine Explosion an die nächste reiht und so weiter. Courtney selber, schafft es spielend Willis an die Wand zu spielen, da er weitmehr im Fokus steht und in einem geplanten Teil 6 (der früher oder später sicherlich kommen wird) endgültig beerben wird. Leider ist der restliche Cast kaum der Rede wert, mal ausgenommen von Sebastian Koch, der undankbarer Weise nen Russen spielen darf oder muss. Cole Hauser und insbesondere Amaury Nolasco sind austauschbar, da sich die Auftritte eigentlich nur auf eine einzige Szene beschränken, bevor wieder irgendwas explodiert oder Menschen durch die Gegend geschleudert werden. Damit bietet Teil 5 der ehemals kultigen Actionreihe die in den 80ern geboren wurde, erstmals einen weitaus größeren Dämpfer als noch mit Teil 4 der sich dem Cyber - Terrorismus verschrieb.
Viel Lärm um nichts, scheint es wohl zu sein und letztlich ist "Ein guter Tag zum Sterben" das Abzieh - bzw. Klischeebild aller Actionfilme der Neuzeit, die zwar technisch in die vollen Langen, es aber an einer halbwegs netten Story und guten Klischeenebenfiguren missen lassen, um sich vollends in Action zu ergießen und mehr nicht.
Das John Moore den undankbaren Job hatte, aus dem faden Storybrei nen halbwegs guten oder zumindest mittelmäßigen Film zu zimmern, merkt man halt in den Ruhephasen, in denen sich die Figuren eigentlich nix zu sagen haben, außer irgendwelchen Blödsinn. Moore ist ein guter Routinier und Handwerker, der weiß wie Action aussehen und funktioneren muss, mehr ist dabei nicht rumgekommen. Dagegen sind "Max Payne" insbesondere aber auch die wirklich nicht schlechten Remakes von "Das Omen" und "Der Flug des Phoenix" wahre Meisterwerke, da diese auch über halbwegs sympathische Figuren verfügen, was McClanes rudimentären Radau - Ausflug noch Moskau, ähm eigentlich Budapest vollkommen abgeht.
Fazit: Mittelmäßiges Sequel, was eigentlich nur aus einer
Aneinanderreihung aus Actioneinlagen besteht und der
für den Hunger für Zwischendurch sicherlich lang, obwohl
er kaum Fleisch an den Rippen hat und die Story sich in
Belanglosigkeiten und Vorhersehbarkeiten verliert.
5 von 10