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John McClane ist wieder da: Mit den üblichen lockeren Sprüchen, waghalsigen Stunts und coolem Understatement ballert und kämpft er sich im mittlerweile fünften Teil der legendären „Stirb langsam"-Reihe quer durch Moskau und Horden von schießwütigen Gegnern, kommt dabei noch seinem entfremdeten Sohn wieder näher und rettet die Welt in James Bond-Manier vor der atomaren Bedrohung durch Terroristen und skrupellose Waffenhändler.

Zur Handlung ist dabei kaum mehr zu erzählen - mit knackigen 98 Minuten Laufzeit ist „Stirb langsam 5 - Ein guter Tag zum Sterben" der kürzeste Beitrag der Reihe, was sich im Fehlen jeglicher Einleitung oder unnötiger Storyelemente ebenso niederschlägt wie im etwas wirren Aufbau der Handlung. Bis man als Zuschauer durchschaut hat, wer hier eigentlich in wessen Interessen agiert, ist bereits der halbe Film vergangen. So wirkt hier inhaltlich alles ziemlich beliebig und auch die Figuren bleiben oberflächlich und austauschbar - aber viel mehr wird man von dieser Reihe wohl auch nicht erwarten. Ernsthaft irritierend sind nur die beiden Kinder McClanes, die außer im vierten Teil noch nie wirklich in Erscheinung getreten waren.

Was für jeden Fan aber eigentlich zählen dürfte, ist die Action. Und die rockt: Angefangen bei einer ausufernden, spektakulären Verfolgungsjagd, bei der Großteile des Moskauer Straßenverkehrs zerlegt werden, über heftige Schießereien und Kampfhubschrauber, die ganze Gebäude zerbomben, fährt der fünfte Teil alles auf, was es braucht, um mit den nicht minder spektakulären Vorgängern mithalten zu können. Action-Fans kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten, zumal auch weite Teile dieser Sequenzen sich eher an klassischer Action-Inszenierung orientieren als am postmodernen Effektewahn. Auch wenn auf die eine oder andere Superzeitlupe dann doch nicht verzichtet werden konnte und einer Handvoll Szenen ihre Computerbearbeitung doch mehr als deutlich anzusehen ist, dürften vor allem Genre-Nostalgiker hier ihren Spaß haben.

Getrübt wird dieses altmodische Macho-Vergnügen neben der kaum vorhandenen Story höchstens durch eine gewisse arrogante US-Überlegenheitshaltung. Der eine oder andere Spruch, den Bruce Willis russischen Passanten entgegen schleudert, wirkt dann doch etwas rassistisch - allen voran die Szene, in der er einen wütenden Russen niederschlägt, um sein Auto zu stehlen, und ihm auf seine Tiraden erwidert: „Glaubst du, ich versteh dein Gequatsche?" Völkerverständigung sieht sicher anders aus, und dass 25 Jahre nach Fall des Eisernen Vorhangs die Russen immer noch als Abziehbilder des absoluten Bösen fungieren müssen (bei denen aber auch wirklich alle hinterhältige Verräter sind), nervt schon ein bisschen.

Aber diese unangenehmen Momente gehen im temporeichen Rausch der Inszenierung so gut wie unter. Die Kamera ist manchmal ein wenig hektisch, fängt insgesamt das Geschehen aber in dynamischen und ästhetischen Bildern ein, der wummernde Soundtrack erhöht die Spannung einzelner Szenen enorm und die bombastischen Actionsequenzen tun ihr Übriges. So bietet „Stirb langsam 5 - Ein guter Tag zum Sterben" zwar nichts wirklich Neues, fügt sich aber durchaus gelungen ins Konzept der Action-Reihe ein und dürfte die meisten Fans zufrieden stellen.

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