Carl Brunker konnte bereits einige Erfahrungen im Bereich von Animationsfilmen sammeln, bevor er nun erstmalig ein Drehbuch verfasste und Regie führte. Die veränderte Sichtweise zwischen Mensch und Außerirdischen bietet dabei durchaus einen interessanten Ansatz, doch anstatt den Fokus auf sozialkritische Seitenhiebe und zynische Medienkritik zu setzen, verkommt der Stoff zum austauschbaren Alien-Abenteuer.
Scorch Supernova ist der gefeierte Astronaut auf seinem Planeten Baab, denn sobald in der Kontrollstation Basa ein intergalaktischer Notruf eingeht, sind er und sein besonnener Bruder Gary sogleich zur Stelle. Als sie zum dunklen Planeten (Erde) beordert werden, gerät Scorch rasch in Gefangenschaft und landet in Area 51, wo der ruchlose General Shanker seine finsteren Pläne offenbart...
Zuschauer im Alter oberhalb des einstelligen Bereiches dürften mit dem Stoff auf Dauer nicht allzu glücklich werden, denn obgleich es einige Popkultur-Referenzen gibt, zünden davon nur sehr wenige. Bereits nach kurzer Zeit kristallisiert sich die Marschrichtung der Erzählung heraus, welche zwar auf ordentliche Action und viele Turbulenzen setzt, im Kern jedoch kaum Spannung und zu wenig Liebe für Details offenbart.
Das macht sich nicht nur an der etwas zu steril ausgefallenen Animation bemerkbar. Die Gesichter der blauen Außerirdischen wirken kaum markant, etwaige Mitspieler von anderen Planeten scheinen teilweise der "Monster AG" entliehen und auch die wenigen menschlichen Erscheinungen sind unaufgeregt ausgefallen. Die Ausstattung ist zwar grell und bunt, doch auch die Umgebungen lassen Details vermissen, während kleine Gimmicks deutliche Mangelware darstellen. Gegenüber Größen wie Pixar oder Dreamworks wirkt die Animation beinahe schon lieblos und veraltet.
So fehlen der Weltallkomödie letztlich ein paar handfeste Themen und lediglich kleine Einspieler am Rande, wie etwa ein Lehrbuchfilm in Schwarzweiß, angelehnt an die der Dreißiger, offenbart für einen Moment, was man aus dem Stoff alles hätte entwickeln können.
Stattdessen gibt es einen handzahmen Bruder-Konflikt, eine Buhlerei um die Gunst des jungen Helden, Zusammenhalt und der Sprung über den eigenen Schatten stehen ebenfalls kurz im Mittelpunkt, doch im Endeffekt plätschert die Geschichte ohne wirkliche Höhepunkte nur leidlich unterhaltsam vor sich hin, was der austauschbare Score in fast jedem Moment nahezu seelenlos untermalt.
Ein latent hohes Tempo und einige gelungene Action steht im Gegensatz zu relativ langweiligen Figuren, spannungsfreien Entwicklungen und kaum lustigen Szenen.
Zuschauer im Grundschulalter könnten dabei durchaus ihren Spaß haben, alle anderen erleben eine glatt gebügelte Alien-Mischung, die markante Momente in jeder Hinsicht vermissen lässt und auf die Dauer von knapp 90 Minuten nur ansatzweise unterhält.
4,5 von 10