Nachdem ich "VHS" wegen der unsäglich schlechten Wackelkamera und unerträglich beschissenen Qualität in Zeiten von Blu Ray abgestraft habe, kam mit der Zeit im Inneren des dreamlandnoizischem Kerns doch zum Vorschein, dass die meisten Kurzgeschichten eigentlich sehr eindrucksvoll waren und ich den Film dank der Quali vielleicht etwas zu niedrig bewertet habe. Da ich ja irgendwo Found Footage Liebhaber bin, griff ich gedankenlos zu der übertrieben teuren Ultimate Collectors Edition, da ich mich damit abfand, das 1. die Wackelkamera und Bildqualität gewollt war (der Film heißt ja nicht umsonst "VHS", und zweitens, weil die Kurzfilme einfach schweinegeil waren. Nicht alle. Aber insgesamt mehr als in der Schrabaddel-Schweinerei "The ABC´s of Death". Okay, die Erwartungen waren hoch und wurden fast alle enttäuscht bzw. endeten in einer Katastrophe. Das Geld hätte ich auch Tierheimen spenden können...
Nüchtern gesehen war ich echt vom Look des Films überrascht: Das Gezittere hielt sich in Grenzen, die Video-Spur war "sauber" für einen Found-Footage-Film, bzw. eine Ansammlung von Kurzfilmen.
Wie im Prequel werden vier Geschichten in eine nichtsaussagende Rahmenhandlung eingebettet, von denen drei komplett scheitern und mich nicht berühren, schockieren, unterhalten oder zum Fünf gegen Willi animieren. Inklusive der Story rundherum um den Quatsch. Schon die Rahmenhandlung in dem ersten Teilt war Humbug, aber auch in dem Sequel wird er keinen Menschen interessieren. Lasst für "Mini-DV" bzw. "VHS 3" bitte die Rahmenhandlung weg.
Die erste Geschichte handelt von Geistern und ja - da haben wir ja schon fast so viel Plagiate von "Paranormal Activity" wie von "Hostel" oder "Scream" gesehen. Die Geschichte ansich ist nicht schlecht, das Mädel o lá lá, aber ganz ehrlich: Solch eine Geschichte hab ich schon in unterdurchschnittlichen FF-Filmen besser gesehen und so etwas funktioniert nicht in einer Kurzgeschichte. Keine Höhepunkte, hier und da mal ein kleiner Schock. Das war es auch schon.
Story 2 handelt die Zombie-Ego-Perspektive-Variante ab. Auch kein schlechter Versuch, verdammt blutig aber auch dementsprechend nichtsaussagend, dass ich mich schon selber gehasst habe, fast 50 Mücken für diesen Scheiß ausgegeben zu haben.
Story drei stellt den eigentlichen Höhepunkt dar: So soll ein Kurzfilm sein: Verstörend, komplett over the Top und Blut ohne Ende. Erinnert mich an "L" wie Libido aus den ABCs und ist somit die einzige Geschichte, die mich wirklich aus dem Sessel reißt. Kleiner Wermutstropfen: Hier wird sehr viel asiatisch gesprochen und man versteht knapp 1/4 der Story. Egal, die Bilder sprechen für sich und das reicht schon aus für den absoluten Höhepunkt der absolut enttäuschenden Fortsetzung.
Die letzte Story handelt sich um Außerirdische und welch Wunder: Sie hat soviel Impact wie die ersten beiden Stories. Langweilige Rotze hoch zehn.
Zugegeben, die drei langweiligen Kurzfilme hätten sich in einem Longplay-Film ~ 80 Minuten vielleicht einen coolen Found Footage-Film hervorgebracht, aber in einem Kurzfilm verfehlen sie jede Art von Wirkung.
Zu guter Letzt wird die Rahmenhandlung mit den üblich Verdächtigen abgeschlossen, die noch weniger vom Hocker reißt, als die mieseste von den vier Kurzgeschichten. Ich kann mich nur noch nicht entscheiden, welche am schlechtesten ist.
Also, sehr viel Hype um nichts. Noch mehr Hype als bei den Analphabeten des Todes und dann so ein Scheiß. 50 Euro aus dem Fenster rausgeschmissen für ein Schundwerk erster Klasse.
Tut mir leid, bis auf die nicht-deutsche dritte Episode kann sich hier alles beerdigen lassen.
3/10