Konstantin Benin ist ein russischer General der alten Garde - machthungrig, nationalistisch und absolut skrupellos. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs verfolgt er das Ziel, die UDSSR in alter militärischer Stärke wieder auferstehen zu lassen, und dazu ist ihm jedes Mittel recht: Mit einer aus gestohlenem Plutonium gebauten Atombombe versucht er, die europäischen Staaten zu erpressen. Unterstützung erhält er aus dem Irak, wo er die Atombombe in Stellung bringen will. Zu diesem Zweck entführen die von Benin engagierten Söldner unter der Führung des psychopathischen Amerikaners Alex Tierney in Norddeutschland einen Güterzug und nehmen zwölf Geiseln, mit deren Exekution sie drohen, sollte ihnen und ihrer zerstörerischen Fracht der Weg nicht freigemacht werden.
Bevor es allmählich ein wenig ärgerlich wurde, konnte ich mich über Death Train noch herrlich amüsieren. Der Film zu einem großen Teil ja in Deutschland und außerhalb davon wird auch niemanden etwas auffallen, aber mehrere Gründe sprechen dafür, das hier niemand dabei war, der deutsch spricht, oder mal eine Landkarte der BR of D hatte.
Das geht schon bei der Entführung des Güterzuges in Bremen los und die Leute dort mit dem Autokennzeichen BN rumfahren, was zwar irgendwie zu Bremen passen würde, aber zu der Ex-Hauptstadt Bonn gehört, Bremen hat ja HB. Fast noch lustiger ist die Reiseroute, die von Bremen nach Stuttgart gehen soll, aber über München führt, was ungefähr vergleichbar ist mit der Strecke Hamburg nach Berlin mit Zwischenstopp in Paris. Auch neu ist das die Polizei in München die schnellsten Polizeiautos der Welt haben muß, denn sie erreichen nur wenigen Minuten Echtzeit bis zum ersten Einsatzort an der Weser. Alles gleich zu Beginn und auch schon die komödiantischen Highlights.
Auch immer wieder gern gesehen die Ansichten der US of A vom Rest der Welt. Die Russen sind ewige Kommunisten und Verräter in der eigenen Reihe, die Deutschen bauen für Meistbietende Atombomben und die Dienstleiter bei der Bahn haben mindestens ein paar Jahre die Hitler Jugend durchlaufen. Die Schweizer und Slowenen lassen desinteressiert eine rollende A-Bomb durch ihr Land fahren und die Italiener sind unzuverlässig und faul. Einzig die Amis rufen irgend so eine UNECO Organisation aus dem Tiefschlaf, übernehmen binnen Minuten die Koordination über ganz Europa und schicken aktive Kampftruppen ungefragt der örtlichen Behörden durch die Lande. Sollte jemand mal einen lecker Drei-Sterne-Klischeeeintopf kreieren, dieser Film ist eine zwingende Zutat.
Aber auch der Rest des Films ist eher biederen Zuschnittes und so eine Art TV-Version von Alarmstufe Rot. Das einzig besondere ist dabei der mitwirkende Cast von zukünftigen James Bonds, Enterprise Kapitänen, Sarumans und Bay Watch Nixen, der Rest eher unspektakuläre Action, ein explodierender Helikopter und viele Diskussionen über alles mögliche. Zwischendurch darf man immer mal wieder ein wenig Stuntaction auf dem Zugdach oder kleinere Shootouts austragen, aber in der Masse ist Death Train eher ein Thriller, als ein Actionfilm.
5/10