kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 16.01.2014
Einem visuell ebenso gewagten wie gelungenen Start in Schwarzweiß und 4:3 folgt ein überwältigender Aha-Moment, als die Farbe das Zepter übernimmt, bevor Raimi sich dann doch von erzählerischen Konventionen überrumpeln lässt und wie neuerdings Tim Burton mit den Farben nur so kleckert. James Franco grimassiert tapfer gegen den Zucker, wird schlussendlich aber doch von ihm überschüttet, obwohl seine überdrehte Zauberer-Interpretation durchaus haften bleibt. Das Prequel-Konzept um den „Zauberer von Oz“ ist interessanter als gedacht, jedenfalls so lange, wie der Magier sich noch in der Rolle des Fremdlings wähnt und nicht des Erlösers. Erstaunlich auch, wie flüssig sich dieser Film an das stolze 74 Jahre ältere Original schmiegt; als hätte es die Zeit dazwischen nie gegeben. Das löst den Frust über die finalen Minuten ein wenig, denn so angreifbar sich Raimi mit diesem Film macht, letztlich stellt er sich dabei nur in eine Reihe mit dem liebenswerten Garland-Klassiker. Um Welten besser jedenfalls als die Totalgurke um die Bohnenranke und auch Willy Wonkas Schokoladenfabrik wird in die Schranken verwiesen.
*weitere Informationen: siehe Profil