Review

*** Das Review enthält Spoiler ***

Als Prequel zum Klassiker von 1939 konzipiert, startet Sam Raimis Film auf einem Jahrmarkt in Kansas im Jahre 1905. Oscar "Oz" Diggs verdingt sich dort als Kirmeszauberer, wobei ihn seine Techtelmechtel zur überstürzten Flucht mittels Heißluftballon zwingen. Stellvertretend für viele weitere Anspielungen auf das Judy Garland - Vehikel landet er mittels Tornado in dem Land Oz, welches auf einen Zauberer wartet, der es von einer bösen Hexe befreit.

Sind die anfänglichen Szenen noch im 1,33:1 Academy Format gehalten, zudem in entsättigtem schwarz / weiß, weitet sich das Format und das Farbspektrum mit Oz' Ankunft in der Fantasywelt. Was folgt, ist eine dramaturgisch nicht wirklich anspruchsvolle, doch unterhaltsame und optisch gelungene Sause, die nicht mit bombastischen Bildern geizt. Dass Einiges mal wieder nur um des 3D Willen eingeworfen wurde, merkt man auch in der 2 D - Fassung, doch sollte man sich daran nicht reiben. Ebenso verhält es sich an den oftmals liebenswerten, aber eben auch meist vorhersehbar agierenden Charakteren; trotzdem wurden diese ausreichend ausgearbeitet, um die Geschichte voranzubringen.
James Franco als Hauptdarsteller war womöglich nicht die beste Wahl, aber eine doch passende, da die ihm innewohnende Schmierigkeit gut auf den Oz' Charakter übertragbar ist. Ansonsten hat man es mit Mila Kunis, Rachel Weisz und Michelle Williams als Hexen mit einem ausdrucksstarken Trio zu tun, bei dem auch die Wandlungen der Figuren ansprechend gezeichnet wurden. Die Sidekicks wie Finley und China Girl wirken nicht als Ballast, sondern geben der sich entwickelnden Geschichte eine komische oder tragische Nuance. Wobei der Film sich weder in die eine noch in die andere Richtung weit aus dem Fenster lehnt; und das ist auch gut so. So leidet "Oz" nicht unter ausufernden Sentimentalitäten oder Klamauk, sondern setzt beides in angemessenem Maße ein.

Die Geschichte selbst, und das ist der Hauptkritikpunkt, bleibt ohne wirklich Höhepunkte, wie man sie in einem Blockbuster erwartet. Man weiß aber auch, worauf das alles hinauslaufen wird, denn das "Sequel" ist ausreichend bekannt. So steuert der Film aber auf phantasievollen Umwegen auch auf dieses zu, bietet viele große und farbenfrohe Bilder und nimmt sich Zeit Zeit für diverse Anspielungen auf die altbekannte Fortsetzung; man bemerkt aber trotz allem auch Raimis Handschrift. Danny Elfmans Soundtrack kann man zu seinen besseren Arbeiten zählen und seine musikalische Untermalung unterstützt die Bilder in passender Weise.
Die künstliche Optik, die glatt polierten und sicherlich nicht perfekten CGI-Gebilde trüben den Eindruck etwas, bieten aber auch Panoramen in knalligen Farben und erfüllen ihren Zweck.

Als Fazit könnte man zwar sagen, dass "Oz" kein sonderlich tiefgehender und storytechnisch ausgefeilter Film ist, doch vermag er ausreichend zu unterhalten, bietet was für's Auge und entführt für über 2 phantasievolle Stunden in eine andere Welt. Und mehr erwarte ich von so einem Film auch nicht.

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