Review

Rose Byrne und Rafe Spall spielen zwei junge Menschen, die allzu schnell geheiratet haben, dann aber zunehmend feststellen müssen, dass zwischen ihnen zahlreiche Gegensätze bestehen, die sich zu allem Überfluss nicht gerade anziehen. Und dann kommen auch noch ein anderer Mann bzw. eine andere Frau mit ins Spiel, weswegen die vor nicht einmal einem Jahr geschlossene Ehe bereits vor dem Aus steht.

Im Trailer wird “Das hält kein Jahr“ mit zahlreichen guten bis sehr guten Kritiken beworben, auch auf dem Plakat erblickt man zahlreiche Sterne und vielversprechende Adjektive. Zudem war Regisseur Dan Mazer unter anderem an “Borat“ und “Brüno“ beteiligt, auch hiermit wurde kräftig geworben. Am Ende ist die „beste britische Komödie seit Jahren“ aber eher ein Flop.

Dabei ist den guten Darstellern kein Vorwurf zu machen. Rose Byrne und Rafe Spall sind durchweg überzeugend und bringen die Gags gut ein, Anna Faris zeigt in einer Nebenrolle ausnahmsweise einmal eine ernsthaft gute Leistung, Simon Baker ist zumindest nicht schlechter als in seiner Serie. Auch handwerklich ist der Film nicht schlecht, die Inszenierung ist routiniert, auch die Musikauswahl ist passend. Einige gute Gags enthält Mazers Werk ebenfalls, besonders die Szene mit einem digitalen Fotorahmen sorgt garantiert für Heiterkeit im Kino, auch andere Gags sind zumindest im Ansatz ganz gut, aber nicht wirklich britisch, auch wenn der Film ja eigentlich so werden sollte.

Die Grundidee zur Story ist ebenfalls ganz gut, auch wenn sie dann verschenkt wird. Das Paar heiratet zu früh, beide merken, dass es so nicht weiter geht, aber niemand will den ersten Schritt zur Scheidung unternehmen. Eine Situation, die eher untypisch für eine Beziehungskomödie ist, aber nur ein einziges Mal wirklich geschickt ausgespielt wird. Und zwar am Ende, wenn er ihre Fehler aufzählt und sie endlich fragt, ob sie sich scheiden lassen will. Die ultimative Anti-Szene zum bekannten Finale von “Harry und Sally“.

“Das hält kein Jahr“ scheitert im Endeffekt aber dennoch, weil Mazer eigentlich nie den richtigen Ton trifft. Wenn der Film gerade witzig ist, schweift er zu schnell wieder zu etwas ernsteren Dialogen ab, die man dann aber nicht ernst nehmen kann, weil zu viel auf die Spitze getrieben wird. Etwa dann, wenn die beiden Protagonisten mehrfach betonen, dass die beiden Außenstehenden eigentlich viel besser zum Ehepartner passen würden. Außerdem sind die Streitereien nicht sonderlich witzig, wirken vielmehr wie eine schlechtere Kopie von “Two and a Half Men“, zumindest, was den Humor angeht. Am Ende wird das ewige Hin und Her zwischen den vier beteiligten Personen dann zudem noch so umständlich erzählt, dass der Film zum Finale hin stark schwächelt. Ein Wort noch zum besten Freund des Protagonisten: Eine der nervigsten Nebenfiguren der letzten Jahre.

Fazit:
“Das hält kein Jahr“ enthält einige brauchbare Gags, ist aber letztlich mittelmäßig, weil ernste Dialoge, zynische Kommentare und die eine oder andere Zote unstimmig und unpassend aneinandergereiht werden. Damit ist der Film emotional nicht einmal ansatzweise packend, aber auch nicht durchgehend witzig genug für einen kurzweiligen Abend.

50%

Details
Ähnliche Filme