Lange hat er nichts von sich hören lassen, der Herr Polt.
Diesmal erzählt er die Geschichte von dem Germanen Hermann, der 9 n. Chr. von den Römern als Sklave in deren Hauptstadt verschleppt wird. Dort gelangt er dann an die wohlhabende Tusnelda, die ihn aus dem Sklavendasein befreit. Allerdings hat Hermann nur ein Ziel: Zurück nach Hause. Leider gestaltet sich das nicht so einfach, denn irgendwie schafft er es immer, in irgendwelche Schwierigkeiten zu geraten.
Erstaunlich, wie viele bekannte Gesichter in dieser Komödie auftauchen. Da hätten wir zB Anke Engelke als nervige Parkplatzkonkurrentin, Rufus Beck als intriganten Präfekten, Moritz Bleibtreu als Imperator, Tom Gerhard als Überchristen, Anette Frier, Bernhard Hoecker, Martin Schneider, Hilmi Sözer usw. Die machen ihre Sache auch mal mehr, mal weniger gut. Vor allem Rufus Beck spielt klasse.
Die Geschichte ist nicht Preisverdächtig, gibt aber immer wieder Anlass für witzige Sequenzen. Ab und an wird der Film gar richtig böse. Da wird eine neu vermietete Wohnung schon mal mittels einiger Wachhunde geräumt.
Leider ist das Tempo des Films immer mal wieder etwas schleppend, aber immer bevor es wirklich zu stören beginnt, passiert wieder was. Auch die Sprüche sind nicht mehr so kultverdächtig wie in Polts älteren Werken. Was wohl auch daran liegen mag, dass dieser Film nicht wie zB "Man spricht deutsch" vor Gesellschaftskritik strotzt. Allerdings ist das gegebenermaßen auch nicht so leicht umsetzbar. Man könnte noch meinen, er kritisiere die Oberflächlichkeit. Wäre zumindest ein Versuch, den Prolog zu deuten. Dafür bekommen wir doch viele witzige Dialoge geliefert ("Is dir heiß?" "Naaa... hoffentlich schneit's bald!") und auch einige Wandschmierereien wissen zu erfreuen.
Fazit:
Durchaus witziger Film mit guten Szenen, ab und an stockendem Erzählfluss und ohne die bissige Kritik früherer Werke. Trotzdem kann man sich amüsieren und die eine oder andere Szenen bleiben im Gedächtnis hängen. Nero est anus! 7/10