Review

Jetzt remaken schon die Briten die Amis, na Prost!
„Mean Machine“ heißt das Ergebnis, eine von American Football auf europäischen Fußball umgestrickte Fassung von „The Longest Yard/Die Kampfmaschine“. Ex-Fußballer und Movie-Haudrauf Vinnie Jones wurde mit diesem Film endlich mal ne Hauptrolle gegönnt und er durchschreitet sie genauso stoisch, wie das robuste Knackis nun mal so tun.
Daß ihm dabei maximal drei Gesichtsausdrücke zu Hilfe kommen, ist nicht sein Schaden, beweist aber, daß es bis zur Fähigkeit des Film-Tragens noch ein weiter Weg ist.

Ansonsten ist das Werk über weite Strecken fast deckungsgleich übernommen worden, hier wie da der Sportler unter Druck, der seine Karriere für Geld verkauft hat und sich die Achtung wiederholt, indem er ein Spiel der Gefängnisinsassen gegen die Wärter organisiert.
Alles ist dabei: Knüppel zwischen die Beine, Schwierigkeiten, Ärger, Druck, ein Attentat und was man sonst noch so braucht, um die Zuschauer 90 Minuten bei Laune zu halten.

Barry Skolnick hat das als kleine Auftragsarbeit für Guy Ritchies Filmfabrik relativ flott herunter gekurbelt und sorgt für kurzweiliges Amusement mit nicht zuviel Gewalt und einer gehörigen Prise Spaß zwischendurch.
Was er jedoch nicht tut, ist den Film irgendwann mal von der Kette zu lassen, was schon wegen des Hauptdarstellers nicht geht.
Was jedoch alles drin gewesen wäre, beweisen die wenigen Kurzauftritte von Jason Statham als psychopathischer „Mönch“, dessen robuste Kampftechniken im Tor gute Dienste tun und dessen Visionen vom artistisch-brutalen Toreverhindern die lautesten Lacher provozieren.

So schankt der Film unentschlossen zwischen Gefängnisdrama und Sport-Fun mit dem Anliegen im Snatch-Style zu glänzen, wenn auch ohne die visuellen Gags, vor allem, wenn beide Mannschaften mit gehöriger Brutalität aufeinander losgehen.
Sehr angenehm dafür das Fußballmatsch im letzten Viertel, das nicht nur für so einen breit angelegten Sport hervorragend aufgenommen, sondern auch relativ geschickt und artistisch choreographiert wurde, flüssige Spielzüge, die auch Nicht-Fußball-Fans Freude bereiten könnten.

Aber letztendlich hatten wir das alles schon viele Male und es wäre hervorragendes Bud-Spencer-Territorium gewesen, würde nicht der Gewaltquotient einen Tick zu hoch liegen.
(6/10)

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