Die Krampfmaschine
"Mean Machine" ist das britische Remake des Burt Reynolds Klassikers "The Longest Yard" und wandelt Football in Soccer. Leider muss man schnell zur Erkenntnis kommen, dass das Original und sogar die vier Jahre später erschienene Blödel-Sandler-Version bessere oder zumindest konstantere & sicherere Filme sind. In "Mean Machine" kommt ein Ex-Fußball-Star (Vinnie Jones, in einer ihm auf den Leib geschriebenen Rolle) wegen Trunkenheit am Steuer und Gewalt gegen die Polizei für drei Jahre hinter Gittern und zieht mit den Insassen in ein Spiel gegen die Wärter. Knastleben, Trainingsmontagen, Spiel. Das ist der grobe Verlauf. Vorhersehbar wie die deutsche Meisterschaft. Nur der Soundtrack ist so daneben, dass er wieder rockt und lenkt davon ab, wie sehr der Look nach Brit-TV duftet.
Vinnie Jones kann hier als Ex-Spieler gar nichts falsch machen und das finale Drittel, das eigentliche Match, macht eine Menge Spaß. Fouls, Kung Fu, tolle Unsportlichkeiten und Jason Statham als Aggro-Manuel Neuer. Wunderbare 30 Minuten. Nicht ernst zu nehmen und eher "Shaolin Kickers" als Sportdrama, doch was soll's. Leider kann der Rest des Films zuvor dagegen leider gar nichts. Nicht nur ein Geduldsspiel, nicht nur miese Darsteller, nicht nur unnötige Subplots, sondern ernste Szenen und bizarre Stimmungsschwankungen, die auf den restlichen, gelungenen Sporttrash fast allergisch reagieren. Das passt hinten und vorne nicht. Als Prisondrama ist der Film für mich eine Null. Als Ballsportparodie mit genügend Bier und Wannabe-Bundestrainern auf der Couch hintenraus eine Gaudi. Dass die Nebenfiguren allesamt blass bleiben wie eine Mauer aus Pappmaschee, ist trotzdem unverzeihlich.
Fazit: Spiel ohne Regeln und Verstand - dieser Mix aus Gefängnisdrama und Fußball-Trash kann nur mit seinem lächerlich-guten letzten Drittel einnetzen. Der Rest ist grau und öde wie ein Gefängnistrakt. Einer der unausgeglichensten Sportfilme, die ich kenne, mit der Balance eines Flusspferdes auf dem Donnerbalken.