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30.000 Dollar. Mit diesem lachhaften Budget kann man selbst im Bereich des Amateurfilms vielleicht noch so die Nebenkosten decken, doch an vernünftige Effekte oder gar bekannte Schauspieler ist in so einem Fall nicht zu denken. Folgerichtig entpuppt sich der Streifen von Regisseur Perez als absolute Gurke, an der wirklich alles misslungen ist.

Im Mittelpunkt stehen Cosette (Jenny Allford) und Klaus (Robert Amstler), die sich gegen Dämonen zur Wehr setzen müssen, denn scheinbar lastet ein Fluch auf der blonden Russin, während ihr österreichischer Begleiter eigentlich Priester werden wollte und nun gegen das Böse kämpft. In einer Geisterstadt soll es zum Showdown kommen, doch wer hat Interesse an der zweiten Hälfte eines dämonischen Amuletts?

Die Geschichte steigt quasi mittendrin ein, als Klaus im Wald gegen einige Typen kämpft, während Cosette einen Dämon ausbuddelt, um ihm das erste Amulett aus dem Körper zu reißen. Wie die sich kennen gelernt haben und was genau hinter dem Dämonenfluch steht, wird zu keiner Zeit erklärt und so muss man bestimmte Begebenheiten schlicht hinnehmen.
So gibt es anderweitig jedoch auch keine Nähe zu den Figuren, was die deutsche Synchro rasch erkannte und die beiden Hauptakteure mit albernen Akzenten ausstattete, was im Fall von Klaus und dem peinlichen Wiener Schmäh zu (un)freiwilligen Lachern führt.

Man kann das Geschehen allerdings auch wahrlich nicht ernst nehmen: Da kommt irgendwann im ersten Drittel ein junger Kerl mit weißen Haaren ins Spiel, der eine Nutte für viel Geld zum Anwesen eines „Freundes“ lockt, der sich als Dämon entpuppt, weil er frisches Blut benötigt. Danach taucht der Weißhaarige komplett ab und auch der Dämon ward nicht mehr gesehen. Eine beispielhafte Sequenz die für den kompletten Inhalt des sinnfreien Treibens steht.

Ab und an wird gegen Söldner gekämpft, doch die lahme Choreo von Perez selbst entworfen, lässt jede Form von Drive vermissen. Dann tauchen in regelmäßigen Abständen Dämonen auf, doch das Latex-Geschmodder als Maske sieht dilettantischer aus als diverse Teile aus dem Karnevalsfundus. Blut fließt indes lediglich in Ansätzen per CGI, meistens in einiger Distanz, während explizites Blutvergießen erst gar nicht stattfindet, denn selbst ein durchschossener Kopf sieht trotz des mächtigen Kalibers im hinteren Bereich noch ziemlich heile aus.

Es tut sich geballtes Unvermögen auf, denn selbst die simpelsten Vorgänge können die Mimen nicht authentisch umsetzen, denn so wie Jenny Allford als Cosette zuweilen ihre Zigarette anzündet und anschließend im Mund hält, könnte kein normaler Mensch rauchen und auch Amstler ist spätestens dann überfordert, als er für einen Moment Emotionen zeigen soll, was während der kompletten Handlung auch nur einmal vorkommt.

Ansonsten dröhnt der Score mit billigen Beats einfallslos vor sich hin, annähernd alle Damen laufen mit komplett unnatürlich erscheinenden Silikon durch die Gegend (was ab und an leider auch nackt zu sehen ist) und nur in einer Szene ist tatsächlich Spannung auszumachen, als in einem verlassenen Krankenhaus der Dämon eines Peinigers zu Verfolgung ansetzt.
Anderweitig herrscht ein drehbuchtechnisches Chaos, denn die Willkür der Abläufe lässt keinen roten Faden erkennen, so dass einem die 85 Minuten beinahe eine halbe Stunde länger vorkommen.
Eine durchweg hölzerne Angelegenheit, welche die flächendeckende Inkompetenz von Macher Perez in annähernd jeder Szene auf den Punkt bringt.
2 von 10

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