Review

Produktplatzierungen sind eine Sache, einen Film um die Waren seiner Hauptsponsoren herumdrehen eine ganz andere, wesentlich unverschämtere. Wenn man sich überdies noch die Frechheit heraus nimmt, das 82er Erfolgsrezept hinter E.T. zu kopieren, dann kommt dabei "Mac and me" heraus, ein familienfreundliches und anspruchsfreies Ripoff des Abenteuers unser aller liebsten Leuchtefingers.

Der Film behandelt die Oddyssee des unehelichen Sohnes von Dobbie und Yoda (und einer völlig verstört dreinschauenden Gummipuppe), der mit seiner Sippschaft von der NASA versehentlich mit auf die Erde genommen wird. Statt die Brut direkt abzuknallen wie man es in jedem anderen Sci - Fi - Film dieser Zeit täte, um ein ökologisches Desaster ähnlich der australischen Kaninchenplage zu verhindern, will man diese lebend fangen.

Zeitgleich gerät die Familie Cruise in einen Stau und damit in die ungeahnte und höchstwahrscheinlich nicht gewollte Vormundschaft des kleinen außerirdischen Bastards, der nach dem EInfangen per Staubsauger kurzerhand "mick" (oder im Original halt "Mac", in Anlehnung an das Aushängeschild einer US - Schnellfresskette) getauft und vom Fleck weg adoptiert wird, zumindest für die Zeit, die es braucht, die nicht minder nervige Sippe unseres kahlen Weltraumpumuckls zu finden. Statt die diensthabenden Geheimdienstler ihren Job machen zu lassen verhindert die Familie Cruise ein Eingreifen der Behörden mit vereinten Kräften und der Hilfe der beiden Nachbarstöchter Debbie und Courtney (übrigens nebenberufliche Frittenschubse beim goldenen M) und macht den Rest der Sippe irgendwo am Arsch der Heide äh Wüste ausfindig. Selbstverständlich eskaliert die Situation mit Betreten der Stadt und es kommt zu einer halben Katastrophe, die aber Coke sei Dank gelöst werden und der wortkargen Aliensippe die Migration in die Staaten - und damit ja auch bekanntermaßen unbegrenztes Erdenbürgertum - ermöglicht.

Alles unter großem Jubel ahnungsloser US - Bürger, die nicht ahnen, was sie sich da ins Haus geholt haben: Mick und seine Sippe von colasaufenden Langlulatschen sind alles andere als harmlos, zeigen keinen Respekt vor fremden Eigentum und reiten die Akteure des Filmes von einer Scheiße in die andere, wenn auch mutmaßlich ungewollt. Nein, an der Tanznummer in der Mäccesfiliale ist nichts niedlich, Mac sieht nicht putzig aus und von den menschlichen Akteuren bleibt auch keiner länger als 30 Sekunden im Gedächtnis. 

Das hier ist kein Film, sondern ein Werbespot in Überlänge, für den Menschen - unwissentlich oder gar von der eigenen überzuckerten Brut ins Kino gedrängt - Geld bezahlt haben und der Beschiss ging sogar relativ offen über die Bühne, zumindest in den USA, wo der Film von McDonald's selbst beworben wurde. Aber auch die Coca Cola Company hat ordentlich Kohle in diesen Film gebuttert und sich fürstlich mit geradezu schleimscheißerischer Schleichwerbung entlohnen.

Außerhalb der dreisten Werbung ist in diesem überlangen Werbespot mit Filmplacement nichts Interessantes zu finden. Als Dokument für die Dreistigkeit der PR - Branche mag er durchaus taugen, während er als Film versagt. Immerhin erspart uns die deutsche Fassung das volle Ausmaß an Anspielungen auf seine Sponsoren. Offenbar glaubte irgendein deutschsprachiger Produzent an einen guten Kern, den dieser Film nicht hat und ersetzte deswegen einige Passagen der Lobpreisung von Zuckerwasser und Pressfleisch durch allgemeinere dumme Sprüche. Das großspurige "We'll be back!" am Ende des Filmes bewahrheitete sich den Göttern sei Dank nie. 






Details
Ähnliche Filme