Drei Jahre nach dem zweiten folgte der dritte Teil, der wie schon zuvor nahtlos an den Vorgänger anschließt: Und auch Hatchet III bietet wieder ein fulminantes Feuerwerk an vollkommen überzogenen Splatter-Einlagen - meterhoch schießen die Blutfontänen, als einige dummdreiste Stadtbewohner dem mißgestalteten Sumpf-Monster Victor Crowley an den Kragen wollen.
Aber der Reihe nach: Marybeth (Danielle Harris) konnte das Monster ja in der letzten Szene des zweiten Teils offenbar besiegen und kreuzt mit seinem Skalp auf einer Polizeiwache auf. Dort wird sie erst einmal eingesperrt da dort niemand Victor Crowley zu kennen scheint bzw. ihr glauben will. Nur die Frau des Sheriffs, eine nervtötende Journalistin (Caroline Williams) kennt die Geschichte und will mehr wissen, aber Marybeth traut ihr nicht. Währenddessen finden die Spurenermittler jede Menge Leichen im Sumpf und dürfen sich bald dazugesellen... Der wackere Sheriff trommelt daraufhin wieder eine bis an die Zähne bewaffnete Truppe von Hohlköpfen, Rednecks, Polizeischülern und anderen Kaspern zusammen, die wie im zweiten Teil in den Sümpfen jagen gehen wollen - was, wie wir alle ahnen können, natürlich völlig in die Hose geht.
Dieser dritte Teil der Hatchet-Reihe ist eine Reprise des zweiten Teils - da diesmal auf einen längeren, ereignisarmen Mittelteil verzichtet wurde und die Blutfontänen etwas gleichmäßiger auf die knapp 81 Minuten verteilt wurden, hat er mir allerdings besser gefallen. Wie üblich besteht die ganze Story nur aus einem sehr mäßig durchdachten Plot um eine bewaffnete Meute auf Crowley zu hetzen, der mehr oder weniger unzerstörbar ist und die Jäger wie lästige Fliegen zermatscht.
Während im zweiten Teil die erwachsen gewordenen Jugendlichen, die seinerzeit die Hütte in Brand setzten, mit ihrem Tod auch das Ende von Crowley zu besiegeln schienen (was sich als Trugschluß erwies), ist es diesmal die Asche seines Vaters in einer Urne, die Victor Crowley zur Ruhe bringen soll. Warum das so ist, weiß ich nicht, Erklärungen dafür gibt es keine, aber es wird in diesem dritten Teil von der kreischenden Sheriffsgattin so oft wiederholt, daß sich schlußendlich auch Marybeth entschließt, jene Urne dem Monster persönlich zu übergeben. Naja, es bleibt ihr auch nicht viel anderes übrig, nachdem alle anderen Personen um sie herum verhackstückt wurden. Ob diese Urne den Crowley-Fluch wirklich zu brechen vermag, bleibt auch dem aufmerksamsten Zuseher verborgen - das sequeltaugliche Ende lässt dies offen.
Als positiv ist hervorzuheben, daß man bei der Hauptdarstellerin identifikationsstiftend wieder auf Danielle Harris zurückgegriffen hat - die sich in den 3 Jahren gemausert hat, weniger überdreht dafür deutlich gestylter auftritt und sogar kurz ihre großen Tattoos unter der Gefängnisdusche präsentieren darf. Insgesamt hat sie allerdings wenig Screentime, zu Beginn und zum Schluß tritt sie auf, dazwischen geben andere Darsteller den Ton an. Weiters hat man sich um eine etwas umfassendere Darstellung der Ereignisse bemüht - während Teil 2 nur im Sumpf, einer Hütte dort bzw. dem Hokus-Pokus-Laden des Reverend spielt, ist hier eine Polizeiwache, ein Gefängnis(-Käfig), eine Fahrt im Polizeiwagen etc. in den Film eingebaut, auch reagiert der Sheriff zunächst vernünftig, schickt die Spurensicherung vor, später wird das Militär alarmiert und somit ein etwas größerer Radius um das Sumpf-Monster erschaffen.
Was die Splatter- und Gore-Einlagen betrifft, so wurde im dritten Teil noch ein wenig zugelegt: diesmal werden Köpfe und Arme abgerissen und jede Menge Leute einfach zermatscht, zuvor legt sich Victor Crowley selbst auf eine Motorsäge, die dann anspringt und ihn vorübergehend zerteilt, aber da er ja zu den "Wiedergängern" gehört, ist er bald wieder komplett hergestellt. Das gilt übrigens auch für seine Haare, die während des Films nachwachsen. Einen besonderen Gag konnte ich zwar nicht ausmachen, wenn man einmal von den baumelnden Testikeln an einem Ast absieht, und der eigentlich erwartete Kracher inform der mitgeführten Bazooka eines besonders eifrigen Polizisten verfehlt dann auch prompt sein Ziel und trifft stattdessen einen anderen Jagdteilnehmer, wie auch die hohlen Sprüche und der etwas abseitige Humor des 2. Teils hier nicht mehr auftauchen - Ausnahme auch hier der Kurzauftritt von Sid "Captain Spaulding" Haig.
Wem Hatchet II gefallen hat, der wird auch bei Hatchet III auf seine Kosten kommen - handgemachte SFX vom Feinsten: waberndes Latex, Gekröse und Knochen, alles in literweise Filmblut getränkt gibt es im Übermaß in diesem partytauglichen Horror-Klamauk. 7 Punkte.