Einige uralte Sitten besagen, dass man Teile des gegnerischen Kriegers verspeisen soll, um sich dadurch dessen Stärke anzueignen. Speziell die Nebennieren galten in einigen Kreisen als Leckerli, da diese Steroidhormone produzieren. Basierend auf dieser Begebenheit entstand der erste Langfilm von Autor, Regisseur, Hauptdarsteller, Cutter und Produzent Trevor Simms, der wie ein episodenhafter Fiebertraum daherkommt.
Der junge Irak-Veteran West Walker (Simms) strandet in Venice, L.A., wo er rasch in Kontakt mit psychedelischen Drogen kommt. Als er eine Sekte beobachtet, welches ein Paar ermordet und ihnen die Nebennieren entnimmt, wähnt sich Walker noch auf einem ungewöhnlichen Trip…
Es ist mal wieder einer von zahlreichen misslungenen Versuchen, mit schrillen Farben, schrägen Kamerawinkeln und cooler Musik einen auf Tarantino und Konsorten zu machen.
Obgleich Tom Sizemore für eine Nebenrolle gewonnen werden konnte, performt dieser beinahe so unbeholfen wie der Hauptdarsteller selbst, der wie seine übrigen Mitstreiter null Ausstrahlung mitbringt. Zu den lahmen Figuren gesellen sich platte Dialoge, viel Geschrei, ein wenig nackte Haut und ein visueller Overkill, der nach bereits zehn Minuten anstrengt.
Neben diversen Farbfiltern kommen übersättigte Farben zur Geltung, es gibt viele Nahaufnahmen, ein paar Handkameraeinstellungen, zudem werden einige Animationen eingebaut, von denen ein Lutscher auf zwei Beinen noch einigermaßen ansehnlich ausfällt. Das Faible für zwei schwarze Kreuzlinien in den Augen der meisten Opfer löst indes Kopfschütteln aus, weil es schlicht unbeholfen aussieht.
Einen roten Faden verfolgt die Handlung derweil nur in Ansätzen: Walker wird zum Konsum diverser Drogen animiert, zweimal greift ihn die Polizei auf, dann arbeitet er für kleine und größere Fische im Gangstermilieu, um final herauszufinden, wer oder was für die Morde verantwortlich ist. Die dazugehörige finale Auseinandersetzung fällt ebenso harmlos aus wie die meisten Gewaltdarstellungen, denn eine explizite Entnahme eines Organs ist zu keiner Zeit zu sehen und so kommt es insgesamt nur zu einigen blutigen Einschüssen und einem eingetretenen Schädel, was unterm Strich die FSK18 rechtfertigt.
Obgleich um Coolness bemüht, ist das arg gehaltlos, was Simms mit seinem Debüt abliefert, denn es werden weder Spannung noch Charme erzeugt. Schlechte Mimen, austauschbare Sets und eine kolossale Übersättigung optischer Verfremdungen sorgt für einen 83 Minuten lang anhaltenden Trip, der weder neue Erkenntnisse noch sonderliche Unterhaltung liefert.
3 von 10