Review
von Leimbacher-Mario
Surf Hipsters Must Die
Wie eine Mischung aus „Hobo With a Shotgun“ und „Californication“ würde dieser Amateur-Exploitationer wohl gerne beschrieben werden - doch den Gefallen kann ich ihm leider nicht erfüllen. Denn auf mich wirkt dieser trippige Trash-Terror über Kriegsrückkehrer, Organraub und Surfen am Venice Beach wie ein verunglücktes Urlaubsvideo von irgendwelchen Scientology-Bodentruppen, die sich schon völlig den Verstand weggekifft und weggesprengt haben...
Eigentlich steht auf „Adrenochrome“ kreuz und quer Kultfilm. Aber vielleicht will er das sogar schon zu sehr, gelingt ihm doch eigentlich fast gar nichts. Anstatt zu unterhalten ist er anstrengend, anstatt locker und verspielt sein eigenes Ding zu machen, jagt er viel zu hohen Vorbildern nach, anstatt witzig zu sein ist er peinlich, anstatt zu schocken schafft er es zu langweilen, anstatt stylisch zu wirken wirkt er bemüht und hässlich, anstatt Bahnhofskinoflair verbreitet er Amateurvideo“charme“, anstatt schlechte aber immerhin bemühte Leute zu engagieren, meinen hier Macher und alle Beteiligten, sie wären cool und begabt und gut genug, alles selbst zu machen - doch sind es nichtmal ansatzweise. Erst recht im Vergleich z.B. zu einem „Manborg“, „Fathers Day“, „Machete“ oder „Turbo Kid“. Da bringen ein kurzer Zwischenruf von Tom Sizemore, manchmal minimale Troma-Vibes und jede Menge praller Melonen auch nichts mehr. Zum Glück immerhin nur 80 Minuten lang. Die sich aber anfühlen wie 130.
Fazit: anstrengender Drogenrausch-Midnighter, der billig, langweilig, wirr und amateurhaft wirkt. Ein Möchtegern-Troma-„Fear & Loathing“-„Easy Rider“-Verschnitt, der eher Kopfschmerzen als Staunen verursacht. Da rettet die Möpseparade auch nichts mehr. Horizontverkleinernd. Ein herausragend schlechter Trip!