In Dark Skies wird die Vorstadtfamilie Barrett Opfer merkwürdiger Ereignisse in Ihrem Haus: Es beginnt damit, dass über Nacht die Familienfotos aus den Bilderrahmen verschwinden oder Küchenutensilien zu kunstvollen Türmen gestapelt werden. Später kommen Schlafwandeln und Blackouts einzelner Familienmitglieder dazu. Vor allem Sam, der jüngste Spross der Familie, hat mit Albträumen zu kämpfen, in denen ihm der Sandmann begegnet. Nach etwas Internet Recherche kommen die Barretts schließlich einer ganz ungeheurlichen Theorie für die Vorfälle auf die Spur...
Dark Skies mag oberflächlich betrachtet nur ein weiterer Vertreter der Gattung "böse Mächte im eigenen Haus" wie Poltergeist, Insidious oder Paranormal Activity sein. Hier wie dort machen die Protagonisten ähnliche Stadien durch:
1. Anfängliche Verwirrung,
2. Verzweiflung und Ohnmacht, nichts ausrichten zu können,
3. Rat einholen bei einem Experten,
4. Die Familie stellt sich ihren Ängsten
Dark Skies ist in seinem Storyaufbau also nicht besonders originell. Alles schonmal gesehen...
Dennoch kann ich Scott Stewarts 3. Regiearbeit (auch Drehbuch !) uneingeschränkt empfehlen. Der mit einem geschätzten Budget von nur 3,5 Mio. Dollar produzierte Mystery Thriller kann vor allem darin punkten, dass man sich um die Protagonisten sorgt und der Mitfieberfaktor auf menschlicher Ebene äußerst hoch ist. Lacy und Daniel Barrett (glaubwürdig gespielt von Keri Russell und Josh Hamilton) werden nicht zu Über-Eltern stilisiert, sondern dürfen Ecken und Kanten haben. Es gibt Spannungen sowohl in der Familie, als auch in deren Umfeld. Auf der sonst üblichen "gemeinsam als Familie sind wir stark" Masche wird also nicht allzu sehr herumgeritten. Das Drehbuch legt darüber hinaus den Fokus nicht ausschließlich auf die unheimlichen Vorfälle, sondern baut auch geschickt einige Nebenplots (der merkwürdige Nachbarsjunge, Daniels Vorstellungsgespräche, die vermeintliche Kindesmißhandlung) in die Handlung ein. Dies verleiht den Figuren und der Familientragödie insgesamt mehr Tiefe und Glaubwürdigkeit, ohne den Film auszubremsen. Im Gegenteil: Dark Skies weiß flott und ohne Längen zu unterhalten.
Im Finale muss man sich budgetbedingt mit etwas grellem Licht und ein paar Schattengestalten zufrieden geben. Aber bei dieser speziellen Art von böser Macht ist es immer besser, das meiste der Fantasie des Zuschauers zu überlassen. Spezialeffekte ziehen da oft den Kürzeren. Der Film endet trotz überraschender Erkenntnisse und kleiner Schlusspointe recht offen und auch nicht allzu "happy". Dark Skies wirkt dadurch aber wesentlich stärker nach, als wenn er mit einem zuckersüßen "alles ist wieder gut" Finale versehen worden wäre.
Fazit:
Symphatischer Mystery Mummenschanz: Zwar nach Schema F gestrickt, aber mit Ecken und Kanten !
8 von 10 Punkte