Review

Ist es ein Geist? Ist es ein Dämon? Nein! Es ist Superalien!


Würden außerirdische Lebensformen wirklich mit riesigen Raumschiffen über unsere Hauptstädte fliegen und die Sehenswürdigkeiten explodieren lassen? Oder würden sie eher dem Konflikt und dem Bummbumm aus dem Weg gehen und durch die Hintertür kommen? Müsste ich tippen, würde ich deutlich auf Letzteres setzen, erst recht wenn deren Technologie oder körperlichen Fähigkeiten dies erlauben würden. Und eine ähnliche Frage stellt auch „Dark Skies“ kurz vor seinem letzten Drittel - um sie mit einem gewinnbringenden Kurzauftritt von J.K. Simmons als E.T.-Experte zu beantworten. Der Aliengrusler handelt von einer vierköpfigen Familie, deren trautes Haus von einigen seltsamen Vorfällen heimgesucht wird. Von kleineren Fragwürdigkeiten wie geklauten Familienfotos bis hin zu stundenlangen Blackouts und seltsamen Verhaltensweisen bei allen Mitgliedern. Schnell wird klar, dass es sich dabei um etwas Größeres handeln muss als um Kinderstreiche und alltägliche Krankheiten und dass außerirdische Wesen perfide Experimente am durchführen sein könnten...

„Dark Skies“ ist ein Crowdpleaser ohne selbst wirklich etwas dafür zu tun. Viel eher kombiniert er erfolgreiche Versatzstücke aus weitaus besseren Werken zu einer mauen, wenn auch solide brauchbaren Collage. Hier verrückt spielende Überwachungskameras, da ein Türmchen aus Küchenutensilien, dort ein graues, langgliedriges Wesen überm Bett, dann gegen das Haus knallendes Geflügel. All das wirkt eher wie aufgewärmt und abgepaust als selbstgemacht. Im gnädigsten Fall ein Best Of. Und als Hommage lasse ich auch nur das gelungene Augenzwinkern Richtung „Invasion der Körperfresser“ zu. Der Rest ist effektiv übernommen aber kaum weitergesponnen. Dass die Familie sehr schablonenartig daherkommt, tut sein Übriges um echte Angst und bleibende Gänsehaut zu verhindern. Da muss einfach mehr kommen um sich zu empfehlen. Deshalb ist das nicht viel besser als all das, was der Regisseur vorher gemacht hat - und wer „Priest“ oder „Legion“ kennt, weiß, dass das nicht allzu viel war. Immerhin waren diese Ergüsse zum Teil noch spaßig-schlecht. „Dark Skies“ ist einfach nur egal. 

Fazit: „Signs“ meets „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ in böse. Und leider bei weitem nicht so meisterhaft. Dennoch: gegen Ende zieht die Spannung an und zumindest für Horrorvielgucker ist „Dark Skies“ brauchbar. Und diese Art von Aliens ist noch immer die gruseligste und vielleicht auch realistischste...

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