"Cliffhanger" ist neben "Stirb langsam 2", "Tödliche Weihnachten" und "Deep Blue Sea" der beste Film des Finnen Renny Harlin (Driven), und kann mit drei großartigen Hauptdarstellern überzeugen.
Nach einem tragischen Unfall ist Bergretter Gabe Walker (Sylvester Stallone) traumatisiert: Nie wieder will er einen Fuß in die Berge setzen. Nach einem Jahr besucht er sein ehemaliges Team und seine Freundin Jessie (Janine Turner) in der Bergwacht der Rocky Mountains. Da trifft plötzlich ein Notruf ein. Die Überlebenden eines Flugzeugabsturzes müssen gerettet werden. Und jede Minute kann ein Schneesturm losbrechen! Gemeinsam mit seinem einstigen Freund Hal Tucker (Michael Rooker) macht sich Gabe zur Rettungsmission auf. Doch die Opfer entpuppen sich als brutale Gangster und nehmen die beiden Ranger als Geiseln: Sie sollen helfen, einen verlorenen Geldkoffer wiederzufinden. Doch Gabe und Hal stellen sich, mit dem Tod im Rücken, dem Kampf mit Gangsterboss Eric Qualen (John Lithgow) und der unberechenbaren Natur...
Die vorhin angesprochenen drei großartigen Darsteller sind hier eindeutig Michael Rooker (The 6th Day), Sylvester Stallone (Demolition Man) und schließlich John Lithgow (Zivilprozess). Der wahre Held des Films ist jedoch Michael Rooker und eben nicht Stallone. Rookers Charakter hat mehr zu leiden und durchzumachen, darf sich am Ende aber an den Gangstern brutal rächen. Für mich eine der besten Rollen, die Rooker je gespielt hat. Auch wenn Stallone meinerseits nicht der wahre Held des Streifens ist, gibt er dennoch eine gute Leistung ab. Und in den schwindelerregenden Szenen sieht man Stallone seine Höhenangst nie an. Während des gesamten Films nimmt Stallone zudem kein einziges Mal eine Handfeuerwaffe oder ein Gewehr in die Hand, was eigentlich eher untypisch für ihn ist, wenn man an Filme wie "Rambo", "City Cobra" und "Tango & Cash" denkt. Doch das zeigt auch, dass er hier nur einen normalen Menschen mit einem normalen Beruf spielt. John Lithgow ist sicherlich ein genialer sowie rücksichtsloser Bösewicht, auch wenn er nicht an Alan Rickman in "Stirb langsam", Michael Wincott in "The Crow" und John Travolta in "Im Körper des Feindes" heran kommt. Dafür kann sich seine Performance als Qualen doch sehen lassen, da dieser nicht einmal davor zurück schreckt, seine eigenen Leute zu töten. Lediglich im Showdown enttäuscht er ein wenig. Als weiblichen Nebenpart an Stallones Seite haben wir hier Janine Turner (Magnolien aus Stahl), die eine akzeptable Leistung abliefert.
Da wir uns hier in einem Renny Harlin-Film befinden, ist klar, dass man in Sachen Action einiges geboten bekommt. Explosionen, Shoot-Outs und Zweikämpfe sind hier an der Tagesordnung. Action-Fanatiker Harlin versteht es den Großteil eines Budgets für die Action auf den Kopf zu hauen. Begonnen wird mit einem spektakulären Raubüberfall in den Wolken, wo bereits schon reichlich Blut fließt und Blei verschossenen wird. Weiter geht es dann in den verschneiten Bergen. Hier wird mal wieder deutlich, dass sich Harlin in Schneelandschaften wohl fühlt, was durch seine beiden anderen Werke "Stirb langsam 2" und "Tödliche Weihnachten" noch verdeutlicht wird. "Cliffhanger" spielt zwar in den Rocky Mountains, gedreht wurde aber in den Alpen. Die Action selber hat Harlin mal wieder sehr gut in Szene gesetzt und es gibt auch eine blutige Szenen, die eher für einen Horror-Film typisch wären. Das sind jene Szenen, wo Stallone einen Gangster als Schlitten benutzt und einen anderen in einer Höhle tötet. Dennoch sieht man einigen Szenen an, dass sie im Studio gedreht wurden. Dazu gehören die Eissee-Szene und die Höhlen-Szene. Die Shoot-Outs wurden zum Teil sehr blutig insziniert. Ein guter Einfall war es auch, zwei der Ballerszenen ohne jegliche Schussgeräusche zu zeigen. Besonders gefallen hat mir dann Rookers Kampf mit dem Hooligan-Gangster, der Rooker in Fußball-Manier erledigen will, jedoch per Pumpgun den Abhang hinunter befördert wird. Trotz der ganzen Action enttäuscht das Finale dennoch ein wenig, da man dort doch mehr erwartet hätte. Spannend ist "Cliffhanger" durchaus, da man nie weiß, wie der Film im Endeffekt endet und welche Sachen die Gangster noch auf Lager haben.
Somit ist "Cliffhanger" ein actiongeladener Film mit großartigen Landschaftsaufnahmen, der für das Action-Genre nicht so wegweisend war wie "The Terminator", "Lethal Weapon" oder "Stirb langsam". Als Action-Fan sollte man sich den Film in seine ungekürzten Fassung dennoch nicht entgehen lassen.