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Und noch einer dieser grandiosen Unterhaltungs-Actioner der frühen 90er, an dem nur Leute beteiligt waren, die in diesem Genre schon in den 80ern unterwegs waren (Sly Stallone in Filmen wie „Rambo“, „Die City-Cobra“ oder „Lock Up“, Michael „Henry“ Rooker oder Renny Harlin, der bereits mit Knüllern wie Stirb Langsam Teil 2 auf sich aufmerksam gemacht hatte) und die sich hier noch mal so richtig ausgetobt haben. Dabei besticht der Film vor allem durch seine Kulisse und Szenerie – den verschneiten Rocky Mountains.

Gabriel Walker (Trauerkloß: Sylvester Stallone) gibt sich selbst die Schuld am Tod der Freundin seines Kollgen und besten Freundes Hal Tucker (verbissen: Michael Rooker) und verschwindet nach der missglückten Rettungsaktion in den Bergen in die Stadt. Nach Monaten kehrt er zurück, um seine Freundin Jessie abzuholen. Die lehnt jedoch ab und Gabe will sich wieder heim machen. derweil entführt ein Team aus knallharten Profi-Terroristen um Erzschurke Qualen (genial: John Lithgow) ein Flugzeug des Schatzamtes, in dem 100 Mio. US Dollar schlummern. Doch der Coup geht nicht glatt und die drei Koffer stürzen irgendwo in die Rocky Mountains hinein. Die Crew landet Not und setzt einen fingierten Hilferuf ab, woraufhin sich Tucker und sogar Gabriel auf die Socken machen. doch sie finden bestimmt keine verschneiten Touristen vor, sondern werden von der Truppe gezwungen, bei der Suche nach den Koffern zu helfen...

Dünne Story, große Wirkung: Harlins Knaller ist ein eindeutiger Beleg für dessen Actiontalent. Reichlich olschoolig wird in diesem Blockbuster geballert, getötet, geklettert und gesprengt. Dabei machen nicht nur die beiden knallharten Bergführer als Helden eine ordentliche Figur, auch die Schurken, allen voran der zynische Lithgow können auf ganzer Linie überzeugen. Keine Sekunde ist Cliffhanger langweilig und macht Spaß bis zum Finale, in dem es Mann gegen Mann geht. Der Fokus liegt keinesfalls auf Massenballereien, sondern mehr auf hartem Survivalkampf, nicht nur gegen Bösewichte, sondern auch gegen die Berge, Wind und Wetter, und so kann Muskelprotz Stallone endlich wieder mal zeigen, was in ihm steckt! Die Action ist mitunter durchaus deftig und sorgte sogar für eine Indizierung – was ich alles irgendwie trotzdem nicht so ganz nachvollziehen kann. Warum muss man einen solchen Film auf den Index setzen? So hart ist er nun echt nicht, da gibt es wesentlich explizitere Kollegen, die nicht indiziert wurden...wie auch immer: hierbei handelt es sich um einen weiteres Action-Mustsee, was keinesfalls in einer Sammlung fehlen darf. Am besten gleich die DVD von Kinowelt kaufen, die bringen so viele schöne Klassiker ungeschnitten auf DVD raus, da kann man auch für diese hier gerne einen angemessenen Preis bezahlen. Der Soundtrack geht in Ordnung, die Darsteller liefern beste Ergebnisse ab, die Action wie die Spannung ist reichlich und hart, die nötige Prise ironischen Humors kommt nicht zu kurz und es wird an keiner Stelle öde.

Einer der besseren Actioner des „Italian Stallion“, noch mit einem Touch 80er Feeling dabei. Sehenswert!

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