Review

Cliffhanger (…) steht für den offenen Ausgang einer Episode auf ihrem Höhepunkt. Den Fortgang der Handlung beantwortet die nächste Episode. (Definition Wikipedia)

Sylvester Stallone klettert als muskelbepackter Anabolika-Protz in den Bergen herum und vermöbelt dabei Bilderbuch-Bösewichte, die nach ihrem verlorenen Millionenraub suchen. Bergführerkollege Michael Rooker (auch genannt: HENRY) wird von den Gangstern als Geisel genommen und dazu genötigt, sie zum Schotter zu führen. In den Geldkoffern sind nämlich Peilsender angebracht, die den Bösen auf einem Empfänger mit einem kleinen Bildschirm anhand einer 3D-Darstellung den exakten Standpunkt des Diebesguts darstellen können. Eine Technologie, die nicht einmal heute, zwanzig Jahre nach Entstehung des Films, existiert. Stallone kraxelt also mit der geballten Kraft der Huber-Brüder in den verschneiten „Achttausendern“ herum, erklimmt steile Felswände und killt die Bösewichte mit diversen Bergsteiger-Utensilien, wie da wären Kletterhaken-Schussmaschine, Stalakmiten bzw. –titten und freier Fall. Beim Klettern drückt es dem Sly die Adern raus, das ist der Wahnsinn. Dazu wird brunftig gegrunzt und die Oberlippe gekräuselt. Reißt mal das Seil, dann braucht man weder Magnesium noch Handschuhe. Dann krallt man sich mit den frisch lackierten Fingernägeln im Gestein fest und pumpt in der Vertikalen noch ein paar Liegestützen, wie es Ötzi höchstpersönlich wohl auch gemacht haben wird.

Die Action wird nicht nur Outdoor-Freaks und Leistungssportler begeistern. Es wird geballert, geprügelt und gekraxelt. Alles unter freiem Himmel und an der frischen Luft in atemberaubender Landschaft und berauschenden Höhenmetern. Da würde man am liebsten gleich selbst die Regenrinne erklimmen. Stallone liefert wie gewohnt eine klasse One-Man-Performance ab mit einigen blutigen Einlagen garniert und stellt hier unter Beweis, dass er nicht nur Gewichte stemmen, sondern sogar eigenständig denken und dieses Erdachte aufschreiben kann. So stammt das Drehbuch tatsächlich von .
Regie führte der Äktsch‘n erprobte Herr Harlin, der auch für Gassenhauer wie STIRB LANGSAM 2, TÖDLICHE WEIHNACHTEN, DEEP BLUE SEA, 12 RUNDEN, DIE PIRATENBRAUT und NIGHTMARE ON ELM STREET 4 verantwortlich war. Folgende Kerle, bei denen man sicher ist, sie irgendwo her zu kennen, wirken hier auch mit, weswegen ich sie die „Oh, That Guy“-Truppe nenne: Bruce McGill (LAST BOY SCOUT), Zach Grenier (FIGHT CLUB), Paul Winfield (TERMINATOR) und als süffisanter, relativ uneindrucksvoller Oberbösewicht John Lithgow (HINTERM MOND GLEICH LINKS).

Bodycount: 17

Fazit:
RAMBO goes Reinhold Messner! Bodybuilder kraxelt Berg rauf. Ausdauertechnisch relativ unrealistisch, auf Anabolika aber anscheinend möglich.

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