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Zwei Frauen, die sexy beunterwäscht bei strömendem Regen ein Grab im Garten schaufeln. SINGAPORE SLING? Leider nicht, wenngleich Nikos Nikolaidis seine Inspiration durchaus aus diesen Szenen gezogen haben könnte. Nein, die beiden Damen sind Schwestern und gemeinsam in der Rachebranche unterwegs. Als Jugendlichen wurde ihnen grausames Leid angetan, und jetzt, als junge Frauen, schlagen sie zurück und verfolgen ihre damaligen Peiniger. Dass sie dabei ihrerseits von einem jungen Polizisten verfolgt werden stört sie in keinster Weise. Blutwurst heißt das Gebot der Stunde, und der Bund der Rosenkavaliere muss vernichtet werden.

Leider nur ist die Erzählweise des Films nicht so straight wie das Vorgehen der beiden Schönen. Zu viele Umwege werden gegangen, zu viele Schlenker lenken davon ab, dass die eigentliche Story recht dünn ist, und Regisseur Leon Boden offensichtlich keine Lust hatte sich auf Blood and Guts zu konzentrieren, sondern eben eine richtige Geschichte erzählen wollte. Dann allerdings frage ich mich schon, was die Szenen in der Disco für einen Sinn haben sollen? Außer dem, Zeit zu schinden. Auch die Rolle der Maria wirkt in meinen Augen etwas deplatziert. Und der Subplot um den Detective wiehiesserdochgleich, Jürgen Thorwald halt, der bei Temperaturen über 40 Grad nach einem englischen Tee verlangt, und der sich bei seinem Ausstand nicht einmal wundert dass sein Partner? Sohn? nicht dabei ist, den habe ich gleich gar nicht mehr verstanden. Skurrile Charaktere sind halt nicht immer gleich skurrile Charaktere, sondern manchmal halt auch einfach nur schlecht ausgedacht. Und eine Geschichte bereichern sie auch nicht immer …
Dafür hat es das Showdown in sich, das ist wirklich gelungen, und wenn die Wahrheit über das eigentliche Rachemotiv gezeigt wird, dann sind eine Gänsehaut und ein heftiges Unwohlsein garantiert. Da braucht es auch keine Blutfontänen und keine nackten Brüste, da langt das Gezeigte völlig aus.

Trotzdem, übrig bleibt kein wirkliches Sättegefühl. Dafür sind zu viel halbe Sachen drin, und zu wenig was wirklich rockt. Esther Schweins ist wunderschön, Tyron Ricketts ist mindestens so cool wie Detective Tubbs aus MIAMI VICE, und Gabrielle Scharnitzky hat einen sehr denkwürdigen Auftritt hinter einer Tür. Aber so ganz reicht das halt nicht …

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