Durch Bauarbeiten entstehen Risse im Moskauer U-Bahn-Netz, durch die Wasser in die unterirdischen Tunnel eindringt. Da man die Warnungen eines Arbeiters ignoriert, kommt es schließlich, wie es kommen muss: Die einbrechenden Wasser-Massen fluten das Tunnel-System und sorgen dafür, dass ein vollbesetzter Zug spektakulär verünglückt. Der Arzt Andrey versucht nun, zusammen mit seiner kleinen Tochter Alisa und Vlad - dem Lover seiner Ehefrau, den es zufälligerweise in denselben Wagon wie ihn verschlagen hat - sowie einigen weiteren Überlebenden des Desasters wieder an die Erdoberfläche zu gelangen, während überirdisch fieberhaft daran gearbeitet wird, zu verhindern, dass durch die Unterhöhlung die halbe Stadt im Erdboden versinkt... Da schau her, auch in Russland versteht man es wohl, klassisches Katastraophenfilm-Kino nach dem Vorbild der 1970er Jahre zu fertigen... allenfalls ohne die damals obligatorische Star-Parade, da man hierzulande von den russischen Nasen, die hier auftreten, eh noch nie etwas gehört hat, sowie in einem etwas bescheideneren Umfang, was Spektakel und Effekte-Bombast anbelangt. Ist das zentrale Zug-Unglück mit einigem CGI-Aufwand fast schon in der Manier einer "Final Destination"-Teaser-Sequenz noch durchaus eindrucksvoll visualisiert und als Radau-Set-Piece echt okay, flacht die Action im Anschluss zunehmend ab und der Streifen konzentriert sich eher auf den Survival-Aspekt der Angelegenheit. Erinnerungen an Stallones "Daylight" sowie das Ende des 1974er-Classics "Erdbeben" werden da geweckt und so manch ein von übertriebenem Hollywood-Krawall der Marke Emmerich und Bay gestählter Zuschauer mag sich also davon enttäuscht sehen, ich persönlich finde "Metro - Im Netz des Todes" als etwas geerdeteren und in durchaus realistischeren Bahnen verlaufenden Vertreter seiner Gattung aber doch ganz angenehm zu schauen, zumal der Film auch - für die Verhältnisse des Genres - erfreulich unmelodramatisch daherkommt, obwohl er zu Beginn noch reichlich Konflikt-Potenzial schürt, indem er den Ehemann und den Liebhaber derselben Braut auf engstem Raum zusammenpfercht und man sich da schon mental auf das Schlimmste gefasst macht. Mit über zwei Stunden Laufzeit ist "Metro - Im Netz des Todes" leider einen Tick zu lang geraten, denn zwischendurch flacht die Spannungs-Kurve (eben aufgrund der Soap-Opera-Nebenhandlung mit der Ehefrau, der beileibe zuviel Platz eingeräumt wird) schon mal ab und es kommt zu dramaturgischen Durchhängern... in diesen Momenten zeigt sich dann, dass Regisseur Anton Megerdichev schlicht die Routine eines dahergelaufenen US-Filmemachers fehlt, der diese Stellen wohl mit schierem Drive in der Inszenierung zugespachtelt hätte. Eine Steigerung zum Schluss hin, was das Spektakel anbelangt, findet dann auch nicht mehr statt, am Ende klettert man einfach nur aus einem Gully und gut is'. Nun ja, ein Blick ist imo dennoch allemal drin.
6/10