NACHTZUG NACH LISSABON oder Warum es von Vorteil sein kann, weder den Inhalt eines Filmes noch dessen literarische Vorlage zu kennen!
Den Trailer zu Bille Augusts Film zu sehen, hat schon ausgereicht, um mein Interesse zu wecken.
Ohne zu wissen, was konkret auf mich zukommt, muss ich nach dem Anschauen gestehen, dass mich das komplette Filmwerk sehr beeindruckt hat.
Die handverlesene Starriege aus verschiedenen Nationen trägt sehr zum hohen Niveau des Dramas bei. Selbst der immer noch charismatische Christopher Lee veredelt die Verfilmung mit einer wichtigen Nebenrolle.
Die Aufteilung der Geschichte auf zwei Zeitebenen ist als geglückt arrangiert zu bezeichnen. Ob hierbei die literarische Tiefe des Buches stark berücksichtigt wurde, ist mir egal.
Ein Film muss mich unterhalten – das ist der einzige Anspruch, den ich erwarte.
Mit NACHTZUG NACH LISSABON wurde ich für fast 2 Stunden sehr gut unterhalten und war auch von den historischen Rahmenbedingungen (Diktatur in Portugal) sehr überrascht – hier hatte ich wohl als Jugendlicher im Geschichtsunterricht gepennt!
Die Kamera hat stimmige – keine spektakulären – Aufnahmen eingefangen.
Durch die diversen Zeitsprünge kommt es niemals zu Leerlauf.
Unterm Strich betrachtet, ist NACHTZUG NACH LISSABON ein vielschichtiger Film, den man am besten mit einem guten Glas Rotwein genießt – vorzugsweise aus Portugal.