Atmosphäre wird groß geschrieben im „Bunker“, einem vom Schauplatz endlich mal ungewöhnlichen Grusler (der thematisch ähnlich gelagerte „Deathwatch“ mal außen vor), der noch dazu gegen Ende des WW2 spielt, also auch noch das Thema Krieg hineinspielen läßt.
Eine Gruppe von Wehrmachtssoldaten sucht an der belgisch-deutschen Grenze Schutz in einem Bunker, der schon im WW1 in Betrieb war und dann auch noch auf einem Pest-Verscharrgelände von vor 400 Jahren steht. Doch im Bunker geht es um...oder sind es nur die Köpfe der Soldaten, in denen es umgeht?
Soldaten unter Extrembedingungen, Streß, Schuld, Angst vor den grausamen Amis, gemischt mit der morbiden Atmosphäre der unterirdischen Gänge des Bunkers, erhellt nur durch ein paar flackernde Lampen, das ist die Bühne für einen angenehmen Grusel, der einzig und allein mit der Frage spielt, ob überhaupt etwas Übernatürliches vorhanden ist, oder ob sich das alle Beteiligten nur durch ihre Überreizung einbilden.
Die brauchbare Riege der Darsteller ist erfreulicherweise so gestrickt, daß keine wirklich positive Identifikationsfigur dabei ist, an der man sich von Anfang an festhalten kann. Die kristallisieren sich erst auf die letzten fünf Minuten heraus, als es nur noch ums nackte Überleben geht. Der finale Amoklauf einer speziellen Figur deutet sich allerdings schon früh an und bringt zum Schluß wenig echte Überraschungen.
Allerdings muß man seine Sehgewohnheiten schon sehr gut vergessen können, um sich von der bewährten Dramatik der Situation noch richtig mitreißen zu lassen, vor allem weil der Film keine Schauwerte und nur wenig Tricks aufweist.
Leider bietet der Film am Ende keine schlüssige Auflösung, was denn nun wirklich in dem Bunker vorgeht. Was die Soldaten sehen, entpuppt sich dank einer überflüssigen Rückblende, die mal wieder alle vorhandenen Deutschen als Schuldige abstempelt, als eine Art Echo ihrer Taten, ob die Phantome im Bunker jedoch tatsächlich vorhanden sind oder die Insassen nur hetzen oder das Böse aus der Pestzeit dafür verantwortlich ist, bleibt offen.
Daß einer der Insassen auch außerhalb des Bunkers von einer Vision „angegriffen“ wird, spricht allerdings für den bösen Einfluß des Gebiets allgemein, obwohl gerade diesen Soldaten nicht dieselbe Schuld trifft, wie alle anderen.
Wer mal wieder einen schönen handgemachten Grusel mit solider Dramatik sehen will und auf literweise Lebenssaft verzichten will, kann mit „The Bunker“ nichts falsch machen, wirklich Novitäten sind aber nicht zu erwarten. Allerdings empfiehlt sich der Konsum bei Dunkelheit. (6/10)