Freunde der Serie „The Munsters“ mögen sich vor allem an die skurrilen Familienmitglieder erinnern, wie Herman, den Frankenstein-Riesen, der stets mit weit aufgerissenem Mund lachte und dabei mit beiden Armen trommelte, oder Vampir Großvater, der in seinem Labor ständig neue Mixturen entwickelte, die meistens nicht die erwünschte Wirkung erzielten.
Rund 70 halbstündige Folgen umfasste die Serie, die 1964 startete und zwei Jahe später endete. Der abschließende Kinofilm, diesmal sogar in Farbe, sollte Fans einen kleinen Trost spenden, der große Erfolg blieb jedoch aus.
Charmant erscheinen die Figuren nach wie vor, sympathisch ihre Art, Gut-Bürgerliches ad absurdum zu führen, doch storytechnisch kann die Mischung des abendfüllenden Streifens nur bedingt überzeugen.
Aufregung herrscht im Hause Munster in Texas, denn Herman hat von einem Onkel in England Schloss Munster Hall geerbt. Nach einer strapaziösen Reise dort angekommen, versuchen intrigante Verwandte, die Familie mit fiesen Mitteln zu verjagen. Doch ob Spuk in Gespensterverkleidungen das richtige Mittel ist, um die vogeligen Munsters zu vertreiben?
Ist es natürlich nicht, denn Herman und Vampirfrau Lilly freuen sich riesig, als an der Wand tanzende Skelette auftauchen, an anderer Stelle ein sprechender Totenkopf erscheint und sogar ein Gespenst direkt vor ihrem Bett sichtbar wird.
Die Munsters, bestehend aus Vampir, Werwolf, Homunkulus und aus der Art schlagend schöner Adoptiv-Nichte Marilyn haben eben ein Faible für alles Düstere, auch wenn der über zwei Meter große Herman leicht zu erschrecken ist.
Nur leider beschränkt sich das Geschehen nicht nur auf das düstere Schloss mit Geheimgängen und zwielichtigem Butler, - die Macher wollten ganz offensichtlich sehr viel mehr unterbringen, womit der Geist der ursprünglichen Serie ein wenig verloren geht.
So gehört es für einen Kinofilm natürlich dazu, dass sich die hübsche Marilyn während der Überfahrt auf dem Dampfer in einen adretten jungen Mann verguckt, mit dem es im Verlauf noch einige Missverständnisse und Verwicklungen aufzudecken gilt, was eher an billige deutsche Heimatfilme der 50er erinnert.
Darüber hinaus kommen die Markenzeichen der Familienmitglieder ein wenig zu kurz. Herman wird vom Skript am treffendsten charakterisiert und liefert Fans der Serie optimales Futter, doch seine Frau Lilly darf lediglich während eines finalen Autorennens intervenieren und Opa steht für den Running Gag, sich als Wolf zu verwandeln, was tricktechnisch immerhin gut umgesetzt wurde.
Doch eben jenes Autorennen schlägt völlig aus der Art und fügt sich dem zuvor eher Düsteren nicht so recht ein, auch wenn innerhalb dieser Phase ein paar sehr schöne Slapstick-Einlagen zur Geltung kommen und das Overacting sämtlicher Darsteller, was im gegebenen Rahmen durchaus angemessen erscheint, vortreffliche Wirkung erzielt.
Man hat die markanten Figuren einfach gern, ein Wiedererkennungswert, basierend auf den Original-Darstellern schafft eine Wohlfühl-Stimmung, die teilweise weit über dem steht, was das etwas magere Drehbuch eigentlich bietet.
Im weitesten Sinne ist „Gespensterparty“ ein Schmunzelfilm. Vielleicht auch, weil die Tricktechnik und die Masken in Farbe leicht unfreiwillig komisch wirken. Aber auch, weil einige Gags, wie ein „Unauffälliger als wir kann man kaum reisen“ (während Herman Sonnenbrille, Melone und Jacke mit Rückenaufdruck „Lord Munster“ trägt) in ihrer Schlichtheit einfach zünden.
Es herrscht definitiv Kurzweil, egal ob Herman drei Tage seekrank ist, eine Fälscherwerkstatt gefunden wird oder in einer urigen Kneipe ein paar dubiose Gestalten über Munsters´ Familiengeheimnis munkeln.
Die Serie als solche ist zwar deutlich besser, doch als Fan sollte man diesen Beitrag in Spielfilmlänge zumindest einmal gesichtet haben.
6,5 von 10