Auf diesen Film habe ich mich saumäßig gefreut. Habe ich nicht schon als 12 Jähriger zu Teil 1 und 2 geschaudert, so groß war auch die Vorfreude auf das Remake. Wer den Film noch nicht gesehen hat, sei vorgewarnt, hier werden einige Spoiler vorkommen, denn ohne diese lässt sich meine Enttäuschung und meine geringe Freude über einige Szenen nicht ausdrücken.
Ich will nicht zu sehr auf das was andere schon geschrieben haben eingehen, also spare ich mir das ganze Plot-Gelaber, das könnt Ihr in anderen Rezensionen nachlesen.
Alles fängt doch recht vielversprechend an, die FX sind sehr gut umgesetzt, kein Wunder, ist Sam Raimi doch der Gott der Splatter-FX.
Ich weiß, es handelt sich um ein Remake, und das es keine 1:1 Umsetzung ist, war klar, doch was uns hier präsentiert wird, hat mit dem Original so gut wie nichts gemeinsam.
Was haben Original und Remake gemeinsam? Da wären erstmal die Hütte, das in Haut gebundene Buch, der Keller mit der Klappe, ein paar Sprüche (wenn überhaupt), ein oder zwei Kamerafahrten durch den Wald (die ja eigentlich das Böse im Wald darstellen sollen, doch das gibt es hier gar nicht), die Brücke,naja, also man kann nicht mehr drüber fahren, dass ist auch die einzige Gemeinsamkeit, das "infizieren" der Hand, welches aber einer Frau passiert, die sich den Arm auch schön mit dem elektrischen Brotmesser abschneidet, von Selbstständigkeit der Hand fehlt aber jede Spur. Die Baumvergewaltigung möchte ich auch ansprechen, ein Prunkstück des Originals, denn diese existiert nicht, die junge Dame wird lediglich von ein paar Ästen festgehalten und eine andere "besessene" kotzt irgendwas was aus, was Ihr zwischen die Beine schleicht, sehr arm. Ja, das wars im Grunde eigentlich, und ich zweifle ob man diese Schande "Evil Dead" nennen darf. Kein Ash, keine coolen Sprüche, nichts Böses im Wald, keine rumrennende Hand, keine redenden Hirschköpfe oder Lampen, keine Szenen in denen bloss unheimliche Geräusche Angst verbreiten, keine Kettensägen-Bastelei damit sie auf den Armstumpf passt. Also sehr, sehr arm das ganze. Sämtliche "Verbindungen" zum Original sind ab der Hälfte des Films ( Wenn nicht schon früher) passé, und vom Ende wollen wir lieber gar nicht reden. McGyver lässt grüßen, bastelt sich doch der bis dahin "Held" aus zwei Spritzen, einer Batterie und ein paar Kabeln tatsächlich einen Defibrilator um seine besessene Freundin zu retten, nachdem er sie lebendig begraben hat. Wir sollten doch alle eigentlich wissen, da wir als Fans ja die ersten beide Teile kennen, das es für die Besessenheit keine Heilung gibt, sondern nur das komplette zerstückeln Abhilfe schafft, aber Nein, diese haarsträubend bescheuerte Idee funktioniert tatsächlich (Aua meine Gehirnzellen sag ich dazu). Ganz kurios ist auch die Tatsache, dass nach den vielen Vorfällen unsere Protagonisten Ihre Mitstreiter einfach alleine durchs Haus wandern lassen, ohne sich jegliche Sorgen oder Gedanken darüber zu machen, dass Ihnen doch etwas passieren könnte nachdem besessene Freaks sie angegriffen haben, und das immer wieder aufs neue, bis jeder infiziert oder tot ist. Ich habe schon sehr viele Remakes gesehen, war oft enttäuscht, aber "Evil Dead" toppt es dann doch noch. Hier hätte auch ein Herr Uwe Boll seine Finger im Spiel gehabt haben können. Und ich frage mich inzwischen doch tatsächlich, was haben wir getan, damit uns nach über 20 Jahren Wartezeit, ein solcher Scheiss präsentiert wird, obwohl es doch eine 1a Vorlage gibt, die viel mehr Originalität und Einfälle geboten hat, als die drei-vier Anleihen die nur übernommen wurden. Jeder Reviewer hier, der sich auch noch Fan des Originals schimpft und dem Film mehr als 4 Punkte gibt, gehört gesteinigt und vertrieben, tut mir leid, ist aber so. Schade um das Geld für die Kinokarte. Ich vergebe hier enttäuschende 3 von 10 Punkten.