"Sag es nicht, schreib es nicht, hör es nicht!"
Zum zweiten Mal will sich Mia (Jane Levy) einem Drogenentzug widmen. Abgeschieden von der Zivilisation verbringt sie dafür mit ihrem Bruder David (Shiloh Fernandez) sowie den gemeinsamen Freunden Olivia (Jessica Lucas), Eric (Lou Taylor Pucci) und Natalie (Elisabeth Blackmore) einige Tage in einer abgelegenen Waldhütte. Im Keller der Hütte finden sie neben mehreren toten Tieren ein unheimliches Buch. Als Eric daraus einige Wörter laut vorliest, erweckt er eine böse Macht, die Mia's Körper übernimmt. Zunächst glauben die Anderen, Mia leide unter dem Entzug. Jedoch prophezeit sie, dass keiner von ihnen die folgende Nacht überlebt.
Etliche Remakes verruchter Horrorfilme der 70er und 80er wurden in den letzten Jahren weichgespült und für ein Massenpublikum produziert. "Evil Dead" beschreitet da andere Pfade. Erfreulicherweise lässt dieses Remake weder die heftige Gewaltdarstellung noch die handgefertigten Effekte missen.
Folgt "Evil Dead" zu Beginn noch der Handlung des Originals, wendet er sich etwa nach zwei Dritteln davon ab um eigene Wege zu bestreiten und in einem größeren und deutlich apokalyptischeren Finale zu gipfeln. Somit werden auch Kenner des Originals mit ein paar Neuerungen bedient, die gut ins Bilde passen. Es ist dennoch offensichtlich, dass das Szenario einer Hütte im Wald mitsamt einer Gruppe Heranwachsender sehr verbraucht ist und die daraus resultierende zweckmäßige Handlung sehr altbacken wirkt.
"Tanz der Teufel" zog zwei Fortsetzungsfilme nach sich, die beide zahlreiche humoristische und aberwitzige Ansätze enthielten. "Evil Dead" ist geradezu stoisch Ernst und lässt Lacher höchstens bei dem übermäßigen Einsatz von Blut zu. Vorausgesetzt man hat ein wenig Sinn für schwarzen Humor.
Schon beinahe eine Besonderheit ist der annähernde Verzicht auf digitale Effekte. Die Arbeit mit Puppenkörpern und Prothesen, die mit elektrischen Küchenmessern, Nagelpistolen und Kettensägen in kleine Stücke zerlegt werden, bewirken vor allem eines: Nachfühlbare Schmerzen beim zusehen.
Zumindest dies bringt das Publikum etwas näher an die Figuren, sind sie doch sonst austauschbar und nicht sonderlich sympathisch. Gerade, da sie häufig nicht logisch agieren.
Was kann man von den Darstellern erwarten? Sicherlich nicht viel, sind sie doch eher recht wenig mit dem Medium Film in Verbindung gekommen oder durch ihre schlichten Figuren sehr eingeschränkt. Zumindest Jane Levy schafft es aber durchaus glaubwürdig zu schauspielern und den Film zu halten.
"Evil Dead" ist sicherlich nicht der schockierendste und brutalste Film, wie er beworben wird. Ein nicht gefestigtes Publikum dürfte durch die immense Brutalität jedoch schnell abgeschreckt werden, denn von heftig bis eklig deckt das Remake des Klassikers einiges an Grenzerfahrungen ab. Die Effekte sehen richtig gut aus und unterstützen die düstere Atmosphäre. Von der Handlung, den Figuren und den Darstellern darf man nicht zu viel erwarten und gerade das abgedroschene Setting lassen den Horrorfilm doch ein wenig ältlich aussehen.
7 / 10