Review

Am besten funktioniert der Film, wenn man sich unvoreingenommen drauf einlässt und nicht bis in den letzten Winkel den Vergleich mit dem Original sucht.Im Grundtenor gleichen sich beide Filme erkennbar, trotzdem wurde nicht einfach nur blind kopiert.

Der Film besitzt einen eigenständigen Charakter und bietet in vielen kleinen Szenen dennoch einen großen Wiedererkennungswert. Als Beispiele seien genannt die Hütte im Wald, eine Kette mit Anhänger, die Uhr an der Wand, Bodenklappe, Kettensäge im Schuppen, Kamerafahrt durch das Unterholz und einiges mehr. Wenn man das Original kennt, wird man sofort darauf kommen, um was für einen Film es sich hier handelt.

Man kann sicherlich darüber streiten, wann ein Remake alles richtig gemacht hat: Wenn das Original bis ins kleinste Staubkorn kopiert wurde oder wenn der Grundtenor zwar stimmt, dazwischen aber Interpretationen und Veränderungen ihren Platz gefunden haben...
Beim vorliegenden Film tendiere ich eindeutig zu Letzterem, denn der Film funktioniert prima!

Die Story wurde gut umgesetzt und die Schauspieler haben eine prima Arbeit abgeliefert. Einzig den Dämon würde ich bemängeln. Hat es im Original erheblich zur Stimmung beigetragen, dass man die Dämonen nie zu Gesicht bekam, bekommt man hier den Dämon in Form einer Gestalt präsentiert, die man eher in Filmen wie The Grudge oder Shutter oder The Ring erwarten würde. Auch nicht so schön gelöst war die Szene, in der die dämonische Stimme den Akteuren zuruft „Wir werden euch einen nach dem anderen holen..!". Das kam im Original ebenfalls stimmungsvoller und bedrohlicher rüber.

Die Grundstimmung des Films ist düster und schmutzig, auf Humor wurde gänzlich verzichtet. Den Grund dafür erfährt der Zuschauer denn auch gleich am Beginn des Films: Man trifft sich in der Hütte im Wald nicht zur nächtlichen Spaßparty, sondern weil man der gemeinsamen Freundin beim Drogenentzug unter die Arme greifen möchte. Und so wirken die entsprechenden Szenen dann auch umso intensiver und erschreckender. Einen zusätzlichen Hauptbeitrag leistet hier noch die hervorragende Geräuschkulisse.

Eines sollte der (Gore) ungeübte Zuschauer bei diesem Film haben: einen starken Magen. Was hier an expliziter und technisch perfekt gemachter Gewalt geboten wird, ist wirklich heftig. Und durch die oben angesprochene, düstere Grundstimmung, wirkt die gezeigt Gewalt noch um einiges intensiver.

9/10 Punkten

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