Ausnahmsweise sind „The Asylum“ ein paar Jahre zu spät dran, um noch auf die Erfolgswelle von Roland Emmerichs „2012“ aufspringen zu können, - so baut man stattdessen auf eingefleischte Genrefans mit Hang zu apokalyptischen Überflutungsszenarien.
Immerhin: Trashfans bekommen bereits mit der ersten Szene erstklassiges Material zum Abfeiern geboten, denn die Frage ist, woher eine Monsterwelle die Sahara überfluten kann, wenn man sich gerade mitten in der Einöde, weitab jeden Ufers befindet.
Nach diesem Vorfall nehmen Monsterwellen in aller Welt zu, während Experten in einer Forschungsstation in den Rocky Mountains an einer Arche basteln. Doch leider fehlen zum Überleben noch ein paar wesentliche DNA-Proben, so dass die Beschaffung unter widrigen Verhältnissen zum Kampf auf Leben und Tod mutiert…
Eine wirkliche Erklärung für das Szenario wird mit keiner Silbe geliefert, obgleich es wohl mal wieder um die Verschiebung der tektonischen Schichten gehen dürfte. So kommen gleich mehrere Wetterkapriolen zusammen, denn es stürmt gewaltig, regnet wie aus Eimern, Gewitter toben ebenfalls und ein Hurrikan plättet mal eben eine Kleinstadt.
Mal gut, dass die zahlreichen kleinen Handlungsstränge so rasch wechseln und das Erzähltempo von Beginn an recht hoch gehalten wird, wodurch zahlreiche Tölpeleien seitens des Drehbuchs nicht sogleich ins Auge stechen.
Figurentechnisch führt ein Ehepaar das Heldenepos an, denn John ist der Erbauer der Arche, während seine Frau Tessa für die DNA-Proben zuständig ist und mit Vorliebe in einem durchnässten T-Shirt durch die Gegend läuft. Hinzu kommen ein paar Militärs, ein verantwortlicher Admiral, ein paar fliehende Zivilisten und Ingenieure.
Aufgrund der Vielzahl der Protagonisten und ihren zahlreichen Aufgaben, halten sich zwischenmenschliche Töne in Grenzen, während die meisten eher damit beschäftigt sind, unter beschwerten Bedingungen bestimmte Aufgaben zu erfüllen, denn immerhin geht es einmal mehr um das Überleben der Menschheit, indem rund 50.000 Leutchen per Arche gerettet werden sollen. Allerdings nur US-Amerikaner und demnach wäre die Erde ohnehin am Ende.
Mit den Effekten ist es natürlich nicht so gut bestellt und Vergleiche zu Emmerichs Knaller sollten auch erst gar nicht gezogen werden, da bereits einige Überflutungen nicht so überzeugend aussehen, von der billig in Szene gesetzten Arche mal ganz zu schweigen. Lediglich eine aufgerissene Straße, dunkle Himmel und ein Hurrikan können überzeugen, während der latent polternde Score ab der ersten Minute das Ende der Erde einläutet.
So klettert man in eine Höhle, um einen Bienenstock zu erhaschen, ein C-150 Flieger benötigt zwar eine Landebahn, jedoch kein Rollfeld für den Start, manche Menschen werden im Dauerregen nicht nass und eitle Soldatinnen tragen kurz vorm tagelang anhaltenden Koma perfektes Make-up auf, damit man beim Aufwachen sogleich taufrisch zur Tagesordnung übergehen kann. Am Ende wird zwar die Arche in Bewegung gesetzt, doch die Probleme sind damit noch nicht komplett behoben.
Probleme werden auch all diejenigen bekommen, die ein dolles Effektfeuerwerk, eine schlüssige Story ohne logische Patzer und charismatische Mimen sehen wollen, denn all das liefert dieses Trashwerk nicht. Freunde schlichter und gleichermaßen kurzweiliger Unterhaltung kommen jedoch auf ihre Kosten, sofern sie mit der billigen Machart von „Asylum“ vertraut sind und einige Blödheiten der Inszenierung ohne Kopfzerbrechen verknusen können.
5,5 von 10