Verdammt, wir haben die Kinder versumpft
Eine Jugend ohne Hoffnung und Perspektive,
ist „unsere Zukunft ist eh schon verloren“ die Devise?!
Damals Mexiko-City, heute ebendort und an vielen weiteren Plätzen der Welt,
selten hatte man einen Surrealisten, der so bitter und realistisch Missstände darstellt.
Dieses emotionale Meisterwerk hielt Buñuel Jahre am laufen,
danach kann man nur noch mit hängendem Kopf grübeln und schnaufen.
Hoffnungsschimmer werden hier spektakulär ausgespart,
das war der erste Neorealismus aus Südamerika, mit einem Schuss echten Alptraum gepaart.
Über eine Kindergang im Herzen von Amerikas Mitte,
über kleine Herzen auf der Suche nach mehr als nur einer säugenden Titte.
Was passiert, wenn Liebe Missachtung und Alleinsein weicht,
wenn eine verlorene Seele der anderen gleicht.
Buñuel fängt diesen Teufelskreis genial ein,
und schickt indirekt die ganze erwachsene Weltbevölkerung zum Schämen heim.
Verantwortung, Geduld und Kriminalität liegen manchmal nah beieinander,
noch heute hört man diese Schreie von Paris bis nach Uganda.
Von „City of God“ über „Capernaum“ bis „Amores Perros“ waren diese Vergessenen Vorbild und Idol,
doch man spürte die Eruption sicher nicht nur wo man isst Burritos, auch da wo man isst Kohl.
Jeder von uns trägt die Zukunft im Arm, Bauch und Herzen,
kein einziges, verlorenes Kind ist da zu verschmerzen.
Selten endete ein Film dunkler und seelisch brutaler,
mit einer ruhigen Hand wie die eines weisen, zeigenden Maler.
„Los Olvidados“ hängt über der dritten Welt noch heute wie ein Schatten, eine böse Vorahnung,
dass es soweit kommen konnte ist eine Schande, und das trotz dieser eindringlichen Mahnung.
Von Slums und Seelen ohne Horizont,
zeichnet Buñuel hier besorgt eine tiefdunkle Wetterfront.
Denn hier weint bitterlich selbst der Himmel,
eine Geschichte, die wohl leider nie ansetzen wird Schimmel.
Alles wirkt echt, berührbar und so nah,
dafür brauchte man keinen großen Namen oder Star.
Einer der schwärzesten Filme dieser internationalen Periode,
mitten in eine Zeit, da waren eigentlich noch Verdrängen, Farbe und heile Welt international in Mode.
Die Jungen und Verdammten werden uns nie lassen los,
erst recht nicht, wenn sie doch liegen direkt in uns'rem Schoss.
Fazit: deprimierend, traurig, echt - ein mexikanischer, aus tiefstem Herzen anklagender und warnender Klassiker über Armut, Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit. Wenn die Kinder unsere Zukunft sind, dann treten wir diese oft genug deutlich mit Füßen...