Review

In einem nicht näher genannten Land in Südamerika sind die hoffnungsfrohen Diamantensucher der Militärdiktatur ein Dorn im Auge. Als die Situation eskaliert & es Tote gibt, sucht eine kleine Gruppe unterschiedlicher Menschen ihr Heil in der Flucht, auf einem Boot den Fluss hinauf & dann quer durch den Dschungel, nach Brasilien.

Da wären Castin (Charles Vanel), einer der Diamantensucher, der fälschlicherweise als Rädelsführer des Aufstands ausgemacht & auf den ein Kopfgeld ausgesetzt wurde, samt seiner taubstummen Tochter Maria (Michèle Girardon). Da wäre die geldgierige & desillusionierte Hure Djin (Simone Signoret), in die sich Castin verliebt hat. Und da wären der zwielichtige, aus dem Gefängnis geflohene Chark (Georges Marchal) sowie der engagierte Priester Lizardi (Michel Piccoli), der unterwegs ist, um den Platz seines ermordeten Vorgängers in einer Missionsstation einzunehmen.

Der Film nimmt sich viel Zeit, um dem Publikum die Hauptfiguren, deren harte Lebensumstände (diese ständige Hitze) sowie die unsichere Situation im Land nahezubringen, was gut funktioniert. Dementsprechend rau sind die Figuren & ihr Umgang miteinander. Richtig toll & schweißtreibend intensiv wird es dann im Dschungel, wenn aufgrund der Anstrengungen, des Hungers & der drückenden Hitze die wahre Natur des Menschen zum Vorschein kommt.

Pesthauch des Dschungels ist ein starkes Abenteuerdrama von Luis Buñuel, der dem Schrecken erstaunlich viel Schönheit abtrotzt. Ich vergebe nach der Erstsichtung acht Punkte, obwohl ich fast spüren kann, wie der Film bei mir wächst.

Details
Ähnliche Filme