„Disaster“ – ein wirklich passender Titel für Yossi Weins Filmchen, das nicht nur den Inhalt, sondern auch die filmischen Qualitäten adäquat beschreibt.
Maxwell (Sonny Surowiec) ist Psychopath und Anführer einer militanten Weltverbesserersekte. Seine Verlobte Tracy (Marnie Alton) hört dem Revolutionsgesabbel treu-doof zu, nur als er dann einen Dampfer ihr zu Ehren in die Luft jagt, wird ihr klar, dass es Maxwells Philosophie ist all diejenigen umzubringen, die nicht auf dem rechten Pfade wandeln. Besagte Explosion ist grottig getrickst, dass Tracy nicht eher durchblickt, das macht schon mal wenig Hoffnung.
Genauso bekloppt geht es dann weiter: Eine Weile später hat sich Tracy vom bebrillten Sektenmäuschen zur bekannten sexy Sängerin in Las Vegas gewandelt, natürlich die absolut beste Arbeit, wenn man unerkannt bleiben möchte. In Las Vegas schiebt auch das Polizistenduo Roger (Jim Davidson) und Kenny (John Simon Jones) Dienst; Roger ist der Hitzkopf, der für seine Resultate andauernd die Vorschriften übertritt, Kenny ein alleinerziehender Alki mit reichlich Problemen – klischeehafter geht es nimmer.
Gerade als Roger Kenny in dem Casino auf einer Sauftour stellt, wird Tracy von einem Gefolgsmann Maxwells identifiziert. Der ruft seinen Boss an, der kurz darauf mit seiner Truppe antanzt und das Casino besetzt...
Was folgt ist ein billiger „Die Hard“-Abklatsch, der allerdings an allen Ecken und Enden Fehler hat. Irgendwie schaffen es alle Zivilisten zu fliehen, nur die relevanten Personen bleiben im Casino, die Logiklücken klaffen meilenweit. Kennys Tochter findet heraus, wo Papi ist und ist innerhalb weniger Minuten da (und das bei einer Stadt wie Las Vegas), die Fieslinge greifen selbst in einem Hinterhalt immer brav hintereinander an und lassen sich ausschalten, die Helden bedenken mal die Überwachungskameras und dann auf einmal wieder nicht usw.
Ein Riesenbrüller auch das vollkommen unlogische Vorgehen der Terrors alle paar Minuten eine Bombe hochgehen zu lassen, verteilt zwar Explosionen im Film, macht aber kaum Sinn. Zudem ist dabei ist „Disaster“ auch noch billig getrickst, bei Explosionen fallen die Pappmache-Steine von der Decke und bei einer Brückenexplosion sowie einem Dammbruch greift man auf veraltete Modelltricks zurück. Zwischendrin gibt es noch billigste Rückprojektionen und reichlich Stock Footage, vor allem aus „Showdown“. Immerhin kleistert Yossi Wein das Ganze recht gut zusammen, dass man die Szenen nicht immer identifizieren kann – teilweise gibt es jedoch derbe Anschlussfehler, z.B. wenn das Casino in den Außenaufnahmen dauernd anders aussieht.
Neben dem Stock Footage (u.a. Verfolgungsjagd und Finale des erwähnten „Showdown“) gibt es nur wenig eigen gemachte Action und die ist recht kurz. Immerhin inszenierte Yossi Wein das Geballer und die vereinzelten Nahkämpfe ganz solide, doch das rettet kaum noch etwas. Zudem sind die Konfrontationen nicht allzu spektakulär, bleiben aber neben der netten Gesangseinlage bei Tracys Auftritt noch das Beste am Film.
Schauspielerisch ist „Disaster“ auch ziemlich daneben. Jim Davidson und John Simon Jones sind als Cops kaum glaubwürdig und bleiben blass, Sonny Surowiec als Fiesling overactet und chargiert sich furchtbar einen zusammen. Marnie Alton ist noch ganz gut, Marshall Teague ist guter Support als Captain der Polizei, doch sonst kann man die Darstellerleistungen vergessen.
So bleibt ein fades, Stock Footage verseuchtes und langweiliges B-Filmchen mit wenig Action und schlechten Schauspielleistungen. Nicht der allerschlechteste Yossi Wein, aber die Pluspunkte muss man mit der Lupe suchen.