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Wer auch immer sich für den Konsum von „Slash“ entschließt, dürfte schon vorher ganz genau wissen, dass ihn kein Meisterwerk erwartet. Vielmehr muss sich der geneigte Zuschauer auf einen Film einstellen, der nur ein Aufguss der einschlägig bekannten Grundstory ist. Je nach Stimmung des Regisseurs ähnelt das so entstandene Werk mehr dem einen oder dem anderen Genreklassiker. Das muss aber nicht zwingend schlecht sein und kann durchaus unterhalten.

Im Falle von „Slash“ ist der Film eine Mischung aus „Burning“ und „Children of the Corn“. Der Frontmann einer lausigen Band geht mit selbiger auf den Bauernhof seines Vaters, um an der Beerdigung seiner Tante teilzunehmen. Er fühlt sich zu Hause nicht so recht wohl, da er vor Jahren seinen Opa beim Morden beobachtet und aus Versehen angezündet hat. Opa ist aber nicht tot, sondern befördert einige Bandmitglieder ins Jenseits, um dann am Ende noch einmal angezündet zu werden.

Okay, die Geschichte ist wirklich blöd. Und sie ist nicht sehr solide umgesetzt. Wie alle vergleichbaren Werke besticht auch dieser Film durch belanglose Schauspieler, nervige Schnitte und eine einfaltslose Kamera. Hier ist zusätzlich noch die Musik sehr bescheiden. Aber das wäre alles verzeihbar, wenn der Film etwas Gore und Spannung hätte. Das hat er aber auch nicht. Und damit hat er seine Existenzberechtigung als Slasher schlicht verwirkt.

Auch wenn man anerkennen muss, dass Opa keine schlechte Maske hat, empfindet man ihn nie als Bedrohung. Und die Bandmitglieder nicht als Opfer. Der Film ist einfach zu langweilig, um eine Reaktion beim Zuschauer hervorzurufen. Er beginnt viel zu langsam und endet unmotiviert abrupt. Und das am Ende des Films die Bedrohung doch noch lebt hat seit „Halloween“ niemanden mehr überrascht.

„Slash“ hatte wohl nie das Potential, ein wirklich guter Film zu werden. Aber er hätte solide Horrorkost im Mittelfeld der Massenware werden können. Ein geringes Budget, ein mieser Regisseur und eine stink langweilige Story haben ihn aber in die unterste Schublade des Genres gedrückt. Er kann höchstens für den Zuschauer interessant sein, der es sich auf die Fahne geschrieben hat, jeden Horrorfilm zu sehen, und bereit ist, für diese Vollständigkeit seine Ansprüche stark herunterzuschrauben. Jeder andere ist mit diesem Film nicht gut bedient. Der Konsum verursacht keine körperlichen Schmerzen, man muss aber massiv mit dem Schlaf kämpfen.

Von mir kriegt der Film 3 Punkte, um ihn von dem ernsthaften Schund abzuheben. Und als Anerkennung für einige, wenige stimmungsvolle Momente. Aber toll ist anders.

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