Das Stendhal Syndrom
Ich habe mir gerade die DVD von Dario Argento's: "Stendhal Syndrom" angesehen und muß sagen, daß ist vielleicht nicht unbedingt das, was man sonst vom "Meister" erwarten würde. Nun ja, es gibt einige überaus blutige Mordopfer zu sehen, aber der ganze Film ist eher ein Drama, als die sonst üblichen (ich nenn' das jetzt mal so): "Horror-Krimis".
Die Geschichte:
Die junge Polizistin Anna Manni (Asia Argento) soll eine Reihe brutaler Triebverbrechen aufklären. Sie begibt sich daher nach Florenz, wo der Täter weitere Frauen auf brutalste Weise vergewaltigt, und anschließend ermordet.
Ihr weg führt sie in ein großes Museum, wo sie von den dort ausgestellten Gemälden schier "überwältigt" wird. Die Gemälde üben auf sie eine faszinierende Anziehungskraft aus, wovon sie schließlich in Ohnmacht fällt. Ein Besucher beobachtet die junge Dame, und stellt sich ihr als "Alfredo" (Thomas Kretschmann) vor. Sie ahnt nicht, wie nahe sie dem Täter wirklich ist, bis es zu spät ist.
Sie wird in sein Versteck verschleppt, wo er sie fesselt und vergewaltigt. Anna kann sich befreien, und den Täter überwältigen. Alfredo scheint tot zu sein, auch wenn seine Leiche noch nicht gefunden wurde; aber die Morde gehen weiter...
So nett Asia Argento auch anzusehen ist, wirkt die teils recht "zierliche" Person irgendwie deplaziert in der Rolle einer knallharten, erfahrenen Inspektorin.
Hier wäre eine etwa ~10 Jahre ältere Schauspielerin sicher "passender" gewesen. Ansonsten ist der Film eher ungewöhnlich in dem Sinne, daß es hier nicht wie sonst um die Aufklärung der Morde geht, sondern vielmehr um die Verarbeitung der Vergewaltigung des Opfers, und dessen Wandel im Laufe des Films.
Wie ich Eingangs schon sagte, ist "Das Stendhal Syndrom" eher ein Drama, und für Argento Fans sicher sehr stark gewöhnungsbedürftig.
Eigentlich läßt sich der Film mit kaum einem anderen Argento vergleichen, bestenfalls noch ansatzweise mit "Unsane", oder "Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe". Auch der Vergleich zu anderen (nicht Argento-) Filmen fällt sehr schwer. Mir würden da gerade noch Polanski's: "Der Mieter", oder DePalma's: "Sisters" einfallen...
Die Musik von Ennio Morricone ist durchaus stimmungsvoll, und passend zu dem teils recht düsteren Geschehen; auch wenn ich sie (wie den Rest des Films) irgendwie für etwas zu "langsam" halte. Auch die für Argento bisher eher ungewöhnlichen CGI-Effekte, machen den Film nicht unbedingt besser.
Der geht halt' nicht so schon "flüssig" runter, wie die anderen.
-Das soll jetzt nicht heißen, daß alle Filme ohne möglichst viele, möglichst blutige Morde schlecht sind, im Gegenteil. Ich mag durchaus auch Dramen, aber dieser Film ist irgendwie "eigenartig". Sicher ein Film den man bestenfalls einmal im Jahr ansehen kann, aber bestimmt nicht häufiger !
Ich, für meinen Teil, würde da lieber die etwas älteren Argentos (z.B.: "Suspiria", oder "Phenomena") bevorzugen.
Fazit:
Argento Fans haben die DVD bestimmt schon im Regal. Allen anderen sei die, teils etwas "grobkörnig" (auf der Leinwand) geratene DVD im 4:3 Format (leider), nur sehr eingeschränkt zu empfehlen.