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Die junge Anna Manni bricht bei einer Ausstellung in den Uffizien zusammen, scheinbar überwältigt von der Magie der gezeigten Kunstwerke. Folge ihres Sturzes ist eine Amnesie, was geblieben ist: Halluzinatorische Visionen von Gemälden, in die sie eintaucht, und Erinnerungen an ihren Job bei der Polizei. Dort ermittelt sie im Fall eines Serienvergewaltigers, dem sie schließlich selbst zum Opfer fällt… Argento und Ferrini lassen ihre Bilder kunstvoll miteinander verschmelzen, um Annas Wahnsinn zu visualisieren, das Stendhal Syndrom und ihr von nun an gestörtes Verhältnis zu Männern sowie ihrem eigenen Körper lassen ihr Leben aus den Fugen geraten. Neben den gewohnt architekturbetonten Kompositionen zeigt Dario Argento Annas verwirrten Zustand mit real gewordenen, nachgebauten Kunstwerken, surrealen CGI-Effekten und vor allem mit einer gut aufgelegten, stark spielenden Tochter, nämlich Asia Argento in der Hauptrolle. Gerade die Vergewaltigungsszenen sind nicht ohne, ebenso wie der blutige Racheakt, dennoch sind die Goreszenen als wohl akzentuiert zu betrachten und werden von der Story getragen. Der gesuchte Psychopath als Gegenspieler wird von Thomas Kretschmann gegeben, teils ein wenig over the top, doch immer im Bereich des Akzeptablen. Die Verbindung von Sexualität und Schmerz funktioniert unter dem Strich genauso wie der einprägsame Score von Ennio Morricone, mit gelungener Atmosphäre und einem unerwarteten Plottwist knüpft der italienische Meister wieder einmal etwas mehr an seine alten, kriminologischen Klassiker aus dem Bereich Giallo an, denen es durch seine Handschrift nicht an phantastischen Elementen fehlt. So unglaubwürdig seine Figuren erst scheinen mögen, so schlüssig fügt sich das Puzzle auf einer fast schon persönlich scheinenden Ebene zusammen, die wie auch in seinem vorigen "Aura" auf einem psychischen Knacks der Hauptfigur basiert.

Fazit: Durch und durch italienischer Horror-Thriller um Besessenheit, Sexualität und Kunst. 7/10 Punkten

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