Zu Dario Argentos besten Werken zählt "Stendhal Syndrome" defintiv nicht. Zwar bietet die Geschichte mit ihrem durch markante Kunstgegenstände hervorgerufenen Panikzustand einen netten Ansatz, wirklich zu nutzen vermag Argento diese Thematik jedoch nicht. Sie bleibt vielmehr nur schmückendes Beiwerk zu einer ziemlich gewöhnlichen Serienkillerstory, deren vermutlichen Ausgang man sich zudem bereits nach wenigen Minuten an den drei Fingern abzählen kann.
Wäre soweit eigentlich nicht unbedingt tragisch, würde der Spannungsbogen des "Stendahl Syndrome" doch funktionieren! Tut er aber leider überhaupt nicht und die ersten 2/3 des Streifens bedeuten im wesentlichen schlicht brutale Langweile für den Zuschauer. Spannende Passagen gibts bis kurz vorm Ende überhaupt keine und auch die, zumeist mit Vergewaltigung verbundenen Mordszenen (bzw deren Tatorte) machen sich sehr sehr rar. Im Gegenzug verleitet einen die träge und schrecklich banale Füllszenen-Handlung nicht nur einmal zum Einpennen. Interessant ist bestenfalls hin und wieder die technische Seite des Filmes. Argento liefert einmal mehr ansehliche Bilder, Kameraspielerreien und stimmige Klänge, ohne dabei jedoch an die Klasse eines "Suspiria" heranzureichen. Zu sehr kämpft hier die so mühsam erzeugte Atmosphäre gegen die latente Spannungslosigkeit der florentinisch-römischen Mördersuche...
Nichts auszusetzen gibts mal wieder an der schauspielerischen Leistung von Dario-Töchterlein Asia, die "wie immer" die geheimnisvolle, stille Schöne spielt. Absolut ok geht im weiteren auch Thomas Kretschmann im Part des Serienkillers, wenn gleich hier durchaus gerne etwas mehr Bosheit und Mystery hätte mitschwingen können. Überhaupt ists doch meiner Meinung nach etwas unglücklich gewesen, hier von Beginn an den Killer beim Namen zu nennen und so für (zunächst) klare Verhältnisse zu sorgen. Killt noch mehr von der ohnehin sehr dünnen Spannungsdecke...
Fazit: Da hier nur in den letzten 20 Minuten wirklich was los ist und auch Gorehounds eher in die Röhre gucken, bleibt nur ein Urteil: Eher mißlungener, unspannender Giallo - zumindest für Argentoverhältnisse...