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Die junge Polizistin Anna Manni (Asia Argento) erleidet unter der Reizflut einer Gemäldegalerie einen Nervenzusammenbruch. Sie gerät in die Fänge eines psychopathischen Serienvergewaltigers (Thomas Kretschmann), der ihre Kunstempfänglichkeit bewundert, aber ihren Leib schändet. Doch Annas Kampf gegen den Täter entwickelt sich mehr und mehr zum Kampf mit ihrer eigenen Psyche…

Dario Argentos Mischung aus Giallo und psychologischer Studie bleibt in der Bebilderung des Titel gebenden Syndroms insgesamt eher unter dem Niveau des Regisseurs. Mitunter gelingt es ihm zwar, die sogartige Überwältigung, die von der Kunstpracht ausgeht, fühlbar zu machen; allzu oft ergeht er sich jedoch in platten Gemäldebegehungen und Tauchvorgängen, in denen Malerei als Kunstoase erscheint, die Zuflucht und Falle zugleich sein kann. Auch der Versuch, den entrückten Eindrücken ein Psychogramm der Hauptfigur abzugewinnen, wirkt verfehlt. Andererseits kommt Argentos inszenatorische Virtuosität in der spannenden Auseinandersetzung zwischen Polizistin und Serientäter immer wieder zum Vorschein und hinterlässt mit dem brillanten Schluss, der den Zuschauer mit einer irritierend widersprüchlichen Täter-Opfer-Beziehung konfrontiert, in der Abstoßung und Identifikation zusammenzufallen scheinen, einen bleibenden Eindruck.

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