Die Welt von Detektiven Anna (Asia Argento) ist nachdem sie vergewaltigt wurde anders als vorher. Anna zieht sich auf Rat ihres Vorgesetzen zurrück und kehrt in ihre alte Heimat zurrück. Ihre Freunde bemerken, dass sich Anna verändert hat. Meist ist sie immer noch das nette Mädchen, manchmal verwandelt sie sich jedoch blitzartig in eine andere Persöhnlichkeit. Auch die scheinbar friedliche Umgebung trügt, denn eines Tages kehrt ihr Peiniger (Thomas Kretschmann) zurrück, fesselt und vergewaltigt sie. Dadurch, dass der Killer in seinem Versteck viele Bilder aufhängt, ist die unter dem Stendhal Syndrome leidende Anna noch hilfloser. Anna gelingt es schließlich sich zu befreien und quält ihren Peiniger noch bevor sie ihn in einen Fluß hinabstößt.
Anna ist nun endlich frei von den Gedanken an den Killer. Nachdem einige Zeit vergangen ist kann sie sich sogar wieder verlieben. Doch bald beginnen nahstehende Personnen von Anna zu sterber. Wer ist der Killer? Anna´s langjähriger Kumpel-freund, lebt vielleicht Anna´s Vergewaltiger doch noch oder ist es gar Anna selbst.
Eine Frage, die den Zuschauer nicht so sehr interessiert, wie bei einem üblichen Giallo, da er eigentlich schon vermutet wer für diese Mordserie verantworlich ist, auch wenn er ständig hofft, dass die Vermutung falsch ist.
Aber dies ist bei diesem Film nicht so wichtig. Argento´s Film ist mehr ein Drama, dass sich mit der Psyche der Hauptdarstellerin beschäftigt. Asia Argento spielt diese Rolle auch sehr überzeugend. Alle Schauspieler liefern gute Leistungen ab, erstklassig ist jedoch Thomas Kretschmann als Psychopath. Dieser Film hat also alles, was in seinen früheren Werken fehlte. Éine umfangreiche Handlung, genaue Beschreibungen von den Personnen und sehr gut agierende Schauspieler. Kann man daraus schließen, dass "The Stendhal Syndrome" Argento´s Meisterwerk handelt?
Natürlich ist Argento´s Regie noch um längen besser wie bei den meiste Hollywoodstreifen. Musik und Kamera sind nicht schlecht, jedoch nicht so herausragend wie bei "Suspiria" oder "Opera". Die Szene in der Anna ihren Peiniger quält ist hart, jedoch nicht selbstzweckhaft und sehr gut inszeniert. Manchmal wird der Film jedoch etwas langatmig und richtig spannend ist der Film auch nicht. Er ist eher ein Schocker im Stil von Miike´s "Audition", der sich auch an ein Tabuthema heranwagt. "The Stendhal Syndrome" ist jedoch ein recht gelungener Film, der zwar kaum Spannung bildet, aber in vielen anderen Bereichen überzeugen kann.
Fazit:
Dario Argento ist mit "The Stendhal Syndrome" sicher kein Film gelungen der ein solch hohes Niveau erreicht wie etwa "Tenebrae" oder "Suspiria". Es könnte sogar sein, dass der Film manchen Argento-Fans gar nicht gefällt. Der Film könnte jedoch Fans von amerikanischen Psychothrillern gefallen, von denjenigen, bei denen mehr auf die psychologische Ausarbeitung der Figuren gelegt wird. Argento geht in dieser Richtung noch einen Schritt weiter als in "Trauma", seinem unterschätzten Vorgänger, der nach Filmen wie "Suspiria", "Opera" oder Tenebrae", in denen die Figuren nur Marionetten sind, seine Figuren mindestens genau so viel Raum gibt wie in Argento´s Klassiker "Profondo Rosso".
7/10 Punkte mit starker Tendenz nach oben.