kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 19.08.2013
Mit einem der letzten Argentos, denen man zumindest noch das Prädikat „gut“ zugesteht, wendet der Giallo-Maestro das ihm vertraute Genre auf das Trauma der Vergewaltigung an und implementiert das „Stendhal Syndrom“ als Ventil, einen Zustand der Ohnmacht im Angesicht überwältigender und reizüberflutender Kunstwerke. In diesem konkreten Fall bedeutet das: Hauptdarstellerin Asia Argento durchleidet bei einem Museumsbesuch einen Zusammenbruch und durchtritt anschließend in einigen surrealen Sequenzen Portale, die durch Gemälde in die Welt führen, die sie abbilden. Parallel dazu treibt Thomas Kretschmann sein Unwesen als Vergewaltiger und Mörder. Als die Stränge sich verbinden, entgleitet dem Regisseur langsam das Zepter; zwar gelingt es ihm, einzelne Sequenzen zu inszenieren, die die alte Faszination seiner Frühwerke ausstrahlen, im Ganzen fehlt aber die innere Kohärenz, die alles zusammenhält, was den Film leider auch unnötig langatmig wirken lässt. Aufgrund einzelner guter bis faszinierender Szenen bleibt aber ein leicht überdurchschnittlicher Gesamteindruck zurück.
*weitere Informationen: siehe Profil