Review

Produktionsjahr 1982 und im Jahre 2011 habe ich den Film das erste Mal gesehen.

Wieder ein Film aus meiner Jugendzeit, als Chuck Norris und andere „Film-Kampf-Action-Stars“ total in Mode waren. Aber anders als die üblichen „Prügel- und Kloppe-Streifen“ aus dieser Ära ist SILENT RAGE (mit dem „Groschenroman-Subtitle“ DAS STUMME UNGEHEUER) eine eigenwillige Mischung aus Slasher-, Horror- und Actionfilm. Ich möchte sogar so weit gehen, zu behaupten, dass es „gar kein richtiges“ Chuck Norris-Movie ist. Chuck Norris spielt nur mit – prägt das Geschehen aber nicht vordergründig wie in anderen Produktionen. Gut, das liegt vielleicht daran, dass SILENT RAGE ein Film aus den Anfangsjahren seiner Karriere ist. Ich finde, dass gerade die fehlende „Dampfhammer-Methode“ des Actionstars diesmal ein Pluspunkt ist. Es gibt gerademal 2 ausführliche Fightszenen, in denen Chuck seine schlagkräftige Fitness unter Beweis stellen kann. Dies bedeutet aber nicht, dass das „Genre-Crossover-Movie“ schlecht und langweilig ist.
Die Slasher- und Horroranteile überwiegen in dieser Produktion – selbstredend sind dadurch die Spannungsanteile höher als die Actionanteile. Schon die sehr gut inszenierte Einführungssequenz, wenn der Psychopath das Beil aus dem Hühnerstall holt, um damit die nervige Familie zu jagen, zeigt deutlich, in welche Richtung der Streifen abzielt.
Für den pur auf Action ausgerichteten Norris-Fan ist es wichtig zu wissen, dass SILENT RAGE viel Dialog und neben der Thriller-Szenen auch viel Leerlauf besitzt, in der Chuck zum Beispiel mit seiner Ex-Freundin kuscheln darf oder mit dem übergewichtigen Deputy sinnentleerte Dialoge austauscht. Die riesigen Logiklöcher tauchen dann wie in allen Norris-Filmen auch in SILENT RAGE auf. Im Vergleich zu dem 2 Jahre später entstandenen MISSING IN ACTION ist das Horrorthriller-Movie fast schon als ruhig und unspektakulär anzusehen. Dennoch sind hier Parallelen zu den handelstypischen Stalker-Filmen der 1980er-Jahre unverkennbar. Hier liegt auch eindeutig die Qualität von SILENT RAGE.
Wer auf immensen Bodycount und machohafte Adrenalin-Action steht, sollte sich lieber CUSACK oder MCQUADE anschauen.

Fazit: Ich halte diese eigenwillige „Genre-Mischung“ für zeitlosen Edeltrash, die auch heute noch unterhalten kann.

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