Review
von Leimbacher-Mario
Der Schreiland
Ihr denkt ihr kennt alle Geschichten über den guten Jesus? Falsch gedacht, denn hier kommt ein kurzes Splatterfest aus Spanien, welches ihr mit Sicherheit in keinem Testament findet... Jesus hilft gerne. Und so will er auch einer verzweifelten Familie helfen, dessen Sohn Lazarus vor einigen Stunden verstorben ist. Und tatsächlich, es gelingt, er steht auf... Allerdings als wahnsinniger, alles zerfleischender Zombie, der eine schöne Zombie-Epidemie entstehen lässt, gegen die sich das Team Jesus & Judas nur mit abgedrehtem Martial Arts & Kampffischen helfen kann... Aber woher kommen die Cowboy-Zombies?
Fist of Jesus ist als gratis Kurzfilm im Netz so beliebt & berühmt geworden, dass mittlerweile sogar eine schicke Heimkinoversion mit allerhand Extras erschienen ist. Und ich kann den Hype einerseits absolut nachvollziehen, andererseits habe ich auch schon wesentlich bessere Werke dieser Art gesehen... sowohl Trash (Kung Fury), Splatter (Meet The Feebles) oder Animation (Backwater Gospel). Trotzdem zündet Fist of Jesus ein aberwitziges Feuerwerk der unheiligen Absurditäten, sodass die 15 Minuten wie im Flug vergehen. Man sollte aber Splatter mögen, einen abgedrehten Humor besitzen & nicht gerade streng katholischer Jesus-Fan sein.
Die Idee mit der schiefgelaufenen Auferstehung finde ich grandios, Zombies gehen immer & es sind ein paar witzige Ideen (Kampf-Fische, Cowboys) & sehr gelungene Kills mit tollen Effekten dabei. Und die 15 Minuten unterhalten gut. Trotzdem kann es sogar in dieser kurzen Zeit etwas ermüdend sein, wenn die meiste Zeit nur das Gleiche passiert (Zombies gekillt - immer brutal, oft aber recht ähnlich). Dabei ist es dann auch egal ob die Zombies aka Fischfutter Römer, Pharisäer oder unpassende (aber lustige) Cowboys sind. Da wirkt der Trailer zu "Once Upon a Time in Jerusalem" schon um Einiges abwechslungsreicher. Fist of Jesus ist eigentlich nur ein großer, roter Showdown - sehenswert allemal & zu Höherem bestimmt! Ob ich ihn auf Blu-Ray brauche?... Joa, schon allein um die Jungs zu pushen!
Fazit: gelungen-albernes Splatter-Fest, welches zwar ein bisschen einseitig, aber trotzdem ein kurzweiliger Spaß ist. Da kann man nur hoffen (& unterstützen), dass das Langfilm-Projekt "Once Upon a Time in Jerusalem" schnellstmöglich die Finanzierung beisammen kriegt!