Review

Das Budget, der Look, die Darsteller und der grundsätzliche Charakter eine B-Movies sind für die eingefleischten Science-Fiction-Horrorfans unter uns noch längst keine Hürde einen Film in ihr Genreherz zu schließen. THE COLONY schafft es bei mir dorthin und hat sogar eine kleine Starbesetzung mit Lawrence Fishburne und Bill Paxton und auch unter anderem Kevin Zegers (u.a. FROZEN, VAMPIRE) und Charlotte Sulivan (THE HOUSE NEXT DOOR, ALICE IM WUNDERLAND) sind keine Unbekannten. Die Geschichte in einem Satz: Es herrscht eine Eiszeit und Überlebende haben sich aufgemacht eine andere Kolonie zu erkunden weil der Kontakt dorthin abgebrochen ist….

Schon die ersten stimmungsvollen Bilder einer einsamen Kolonie im Eis erzeugen ein ungutes Gefühl, eine unheimliche Stimmung, dass bald eine Bedrohung aufkommt die nichts Gutes verheißt. Diese Stimmung verstärkt sich noch ab Mitte der Laufzeit, wenn neben einigem Aufbau von Charakterelementen zwischen den Darstellern unser Heldenteam durch die Station schleicht und niemand, erst Recht nicht der Zuschauer weiß, was den nun überhaupt die Truppe erwartet. Hier macht sich wieder die alte Regel bemerkbar sich - wenn durchzuhalten - möglichst wenig vorab über den genauen Plot zu informieren. In diesem speziellen Falle würde ich sogar den Trailer ganz weglassen der viel zu viel verrät.

So habe ich es auch getan und als Vielgucker fand ich das generelle setup und Lawrence Fishburne schon Anreiz genug dieses filmische Wagnis einzugehen. Ich wusste also auch nicht wie sich das Grauen manifestiert. Sind es Monster, Infizierte, Zombies, Außerirdische, nur menschliche Feinde oder sogar nur Einbildungen der Koloniebewohner? Auch das versuche ich hier in gewohnter Weise offen zu lassen um niemanden die Spannung zu nehmen. Dramaturgisch schaffte es THE COLONY mich bei der Stange zu halten und stets ist die Spannung hoch und die Angst, dass jederzeit etwas völlig unerwartetes passieren könnte.

THE COLONY reizt diese Ungewissheit mit seltsamen Geräuschen, Schreien im Dunkeln usw. fast bis zu Unerträglichkeit aus, aber schöpft aus meiner Sicht daraus genau die nötige Mischung aus Spannung und Atmosphäre die dem Genrefreund meist so gefällt. Die Stimmung in der eisigen Wüste erinnert mich an den völlig unterschätzen THE LAST WINTER (2006) mit Ron Perlman.

Auch die Offenbarung der Bedrohung selbst ist recht aufwendig und auch blutig gestaltet. Der Gorefaktor ist nicht sonderlich hoch, aber gerade recht für das Gezeigte und kann durch einige fiese Schlitzereien und später dann einem sehr explizit und mal anders abgetrennten Kopf auftrumpfen. Auch der trashig-rockige Soundtrack zeugt davon, dass THE COLONY nicht für einen breiten  Massenmarkt geschaffen wurde.

Die Action steigert sich noch im letzten Drittel und einiges erinnert auch in gewisser Weise an 28 DAYS LATER. Es gibt eine handvoll CGI-Effekte, die ihre Aufgabe erfüllen und deutlich über dem "THE ASYLUM" Trashniveau ähnlicher Filme liegen. Die handgemachten Special Effects und Masken sind jederzeit als gut zu bezeichnen. Auch wenn an viele Stellen gut geklaut wurde und einige Klischees verwendet wurden hat mich THE COLONY überzeugt.

Regisseur Jeff Renfroe hatte sich mit seiner handvoll Filmen vom Chefstuhl aus bisher noch nicht in mein Gedächtnis eingebrannt. Mit THE COLONY hat er Teile meines Science-Fiction Herzes angesprochen - mit viel Atmosphäre und einer guten Handvoll Genrewissen. Sicherlich hat er Filme wie THE THING (1982 Carpenter Remake) circa ein Dutzend Mal gesehen…

6,5/10 Eiszapfen....äh,....Punkten

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