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Es stellt sich wie eine Mischung aus „28 Days Later“ und „The Thing“ dar, wenn das Wetter mal wieder langfristig aus der Reihe tanzt und eine andauernde Eiszeit eintritt, es nur wenige Überlebende gibt und die müssen es schließlich noch mit einer degenerierten Spezies aufnehmen. Deren Boss ist so cool wie die Landschaft, nur die Logik des Drehbuchs scheint an einigen Stellen schockgefrostet.

In der unterirdischen Kolonie 7 befinden sich noch rund 40 Leute unter dem Kommando von Briggs (Laurence Fishburne). Doch seit Tagen gibt es kein Funksignal mehr von Kolonie 5 in der Nähe. Kurzerhand machen sich Briggs, Sam (Kevin Zegers) und ein weiterer Jüngling auf, nach den Überlebenden zu sehen. Dort stoßen sie auf wilde Kannibalen, die sogleich ihre Fährte aufnehmen…

…was nach einem Schneesturm über Nacht eigentlich kaum möglich sein dürfte, denn kein menschlicher Fußabdruck bleibt so nachhaltig sichtbar. Doch damit ist es beileibe nicht der letzte eklatante Logikbruch innerhalb eines ansonsten recht atmosphärischen Treibens.
Regisseur Jeff Renfroe durfte sogar exklusiv in einem Kontrollzentrum der NORAD (Nordamerikanisches Luft – und Weltraum – Verteidigungskommando) in Kanada filmen, was der postapokalyptischen Optik deutlich zugute kommt.

Die wesentlichen Figuren sind rasch eingeführt, der Bösewicht in Form von Mason (Bill Paxton) steht schnell fest, nur der Hintergrund der Eiszeit bleibt reichlich vage, zumal nur schwer abzuschätzen ist, wie viele Jahre dieser Zustand ohne Sonne unterm Eis lebend bereits anhält. Ganz dumm scheinen die wenigen Überlebenden jedoch nicht zu sein, denn immerhin wird mit Bienenkulturen, nicht rammelnden Karnickeln und Tomaten experimentiert.

Das erste Drittel gestaltet sich ein wenig behäbig, die Beschränkung des Schauplatzes auf die Inneneinrichtung bestärkt diesen Eindruck und auch wenn das eine oder andere Trauma angesprochen wird, so geht es auf Charakterebene nie wirklich in die Tiefe.
Ein wenig abwechslungsreicher gestaltet sich der Ausflug der drei Kolonisten mit dem Gang über eine marode Brücke und anschließender Übernachtung in einem Helikopter.
Die Kamera sorgt für einige recht gut positionierte Vogelperspektiven, manch surreal anmutenden Bauten schüren die Endzeitstimmung und mit Ankunft bei Kolonie 5 offenbart sich eine ausgezeichnete Sounduntermalung, bestehend aus entfernten Schreien in Gängen, Schall in Rohren und Knarzen an Metalltüren.

Mit dem Auftauchen der kannibalistisch veranlagten Mutanten werden eingefleischte Horrorfans zwar nicht übermäßig überrascht, doch der Anführer, der wie eine Art Nemesis inmitten der Gruppe seinem entschlossenen Gang mit genauer Beobachtungsgabe folgt, verleiht der Bedrohung etwas Unausweichliches.
So kommt es zwischenzeitlich zu einigen Konfrontationen mit Fäusten und Schusswaffen, Sprengstoff wird einmal sinnvoll, dann wieder unnötig eingesetzt und man wundert sich, wie viel Zeit und vorhandenes Make-up die Protagonisten für ihr Erscheinungsbild investieren.

Dass Menschen in Extremsituationen zu Kannibalen mutieren ist nicht neu und wirkt in vorliegender Situation sogar mehr als nachvollziehbar, wobei jene Spezies aus unerfindlichen Gründen die Sprache gegen unkontrolliertes Brüllen eingetauscht hat und gegen diverse Verletzungen deutlich resistenter erscheint, als der Rest der Überlebenden.
Auch wenn einige CGI, einschließlich Kunstblut nicht immer überzeugen können, so ist die Ausstattung im Gesamtbild grundsolide, die vereisten Landschaften sorgen für eine frostige Stimmung, lediglich die Action hätte etwas mehr Drive vertragen können.

Darstellerisch ist der Streifen passend besetzt, performt wird ordentlich, nur das Drehbuch schwächelt demgegenüber an einigen Stellen merklich und offenbart nicht nur in kleinen Details deutliche Mankos.
Netter Eiszeitstreifen mit kleinen Actioneinlagen, ein wenig unausgegoren und zu Begin ein bisschen schleppend erzählt, mausert sich die Chose zu einer veritablen Abkühlung am Abend eines heißen Sommertages.
6,5 von 10

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