7
3096 TAGE ist genau das beklemmende Zweipersonenstück geworden, dass man von einer Verfilmung des Falls Natascha Kampusch erwartet hat, auch wenn das Ergebnis sprunghaft in seiner Erzählweise und etwas eintönig geraten ist. Mich wundert nur, dass die Sorgfalt, die bei der Nachbildung des Verließes angewendet wurde, sich bei der Wahl der Schauspieler nicht so recht fortsetzen sollte, denn die sehen den Originalpersonen teils nicht sehr ähnlich - wodurch man als Betrachter immer wieder ein wenig aus dem Geschehen rausgerissen wird. Amelia Pidgeon, die der zehnjährigen Kampusch wirklich verblüffend ähnelt, war noch die beste Wahl und stiehlt allen anderen die Show. Etwas dahinter folgt die sichtlich bemühte, aber nicht mehr ganz so glücklich gecastete Antonia Campbell-Hughes. Beim roboterhaften Priklopil-Akteur muss man einige Abstriche machen, obwohl er als launischer und penibler Tyrann stellenweise überzeugt.