3
Uninteressanter und unerotischer Nunsploiter mit der unattraktiven Anita Ekberg, deren teigiges, aber hartes Gesicht durch die Nonnenkluft nur noch strenger wirkt. Die Story mit der morphiumsüchtigen, schizophrenen Gottesdienerin, eigentlich nur eine eingebildete Kranke, wäre ungleich besser, wenn Realität und Phantasie nicht dermaßen schlecht zusammengewürfelt und -geschnitten wären. Lachhaft ist die Darstellung der Patienten: Die sind überwiegend dement und wissen trotzdem über fast alles bescheid, was im Sanatorium vor sich geht. Hart ist lediglich die Szene mit der geknebelten Frau, deren Visage mit Nadeln und einer Rasierklinge bearbeitet wird; Dario Argento lässt grüßen. Davon abgesehen geht die Gleichung "Nonnen + Laster = Tabubruch" hier überhaupt nicht auf.
5
„Geständnis einer Nonne“ ist ziemlich derbes Crossover aus Nunploitation und Giallo, das sich primär darin ergeht, Anita Ekberg als dem Wahnsinn verfallene Ordensschwester in schlüpfrigen Situationen zu zeigen. Abgesehen vom hohen Sleaze-Faktor dieses typisch italienischen Sex&Crime-Streifens (wie er so wohl nur in den Siebzigern entstehen konnte) muss man Regisseur Berruti aber auch zugestehen, denn Stoff visuell recht ansprechend umgesetzt zu haben. Zudem lässt das Ende den Schluss zu, dass er möglicherweise nicht nur spekulative Unterhaltung, sondern auch Kritik an der Doppelmoral der katholischen Kirche im Sinn hatte. Das Zeug zum Klassiker hat der Film aber dennoch nicht, denn die erzählte Geschichte mag sicherlich damals die Gemüter erhitzt und schockiert haben, ist aber im Grunde weder sonderlich spannend noch originell, zumal die Auflösung für geübte Zuschauer auch ziemlich schnell auf der Hand liegt. Trotzdem: für Italo-Fans definitiv sehenswert.