"Das mit dem Haus tut mir leid, Sir."
2013 ist das Jahr der filmischen Zerstörung des Weißen Hauses. Noch vor Roland Emmerich's "White House Down" wird das Regierungsgebäude von Regisseur Antoine Fuqua ("Training Day", "King Arthur") annähernd in Schutt und Asche gelegt.
Nachdem die First Lady Margaret Asher (Ashley Judd) unter der Aufsicht von Secret-Service-Agent Mike Banning (Gerard Butler) tödlich verunglückt, erlischt seine Tätigkeit sowie das bisherige freundschaftliche Verhältnis zwischen ihm und US-Präsidenten Benjamin Asher (Aaron Eckhart).
Monate später hat sich Banning noch immer nicht von dem Vorfall erholt. Als aber gut organisierte, nordkoreanische Extremisten das Weiße Haus stürmen, fühlt er sich verantwortlich. Er kann aber nicht verhindern dass die Extremisten unter der Leitung von Kang (Rick Yune) das Gebäude einnehmen und den Präsidenten sowie weitere Personen als Geisel nehmen.
Mit "Olympus Has Fallen" präsentiert Antoine Fuqua seinen bislang inhaltsleersten Film. Durch die Überdosis Pathos, Bombast, Patriotismus, Gewalt und Kollateralschaden bleiben Figuren und Handlung durchgehend auf der Strecke. Dafür stimmt es überwiegend bei der Action und dem Umgang mit politisch aktuellen Themen.
Nur bemüht versucht der Actionthriller eine Beziehung zwischen seinen Figuren herzustellen. Zu Beginn scheint dies noch aufzugehen. Aber mit zunehmender Laufzeit spielen die eingangs hergestellten Anknüpfpunkte keine Rolle mehr. Figuren scheiden entweder schnell aus oder werden nicht mehr in den Fokus gestellt. Auch der Protagonist wirkt schnell schablonenhaft und durch einfallslose Dialoge nicht sonderlich sympathisch.
Wenn etwas im Kopf bleibt, dann ist dies auf jeden Fall der Sturm auf das Weiße Haus. Wie in einem Kriegsszenario inszeniert "Olympus Has Fallen" die Einnahme des Regierungsgebäudes beklemmend und brachial und ist weder hier noch zu einem späteren Zeitpunkt besonders zimperlich. Eher im Gegenteil. Ruppig und mit einem Hang zum Sadismus dezimiert der Protagonist seine Gegenspieler. Dies kann dann aber auch mal den ein oder anderen unfreiwilligen Lacher mit sich bringen.
Besonders realistisch bleibt der Film übrigens nicht. Die Actionszenen und die agierenden Figuren sind eher widersprüchlich, wobei das dargestellte Szenario durchaus glaubhaft ist.
Neben der kompromisslosen Härte kann man den brisanten Inhalt als positiv benennen. "Olympus Has Fallen" ist sich nicht zu schade um aktuelle Konflike direkt anzusprechen. Weder Diplomatische noch Finanzielle werden ausgeschlossen. Insofern ist es schade, dass sich der Actionthriller hierbei nicht mehr zutraut, sondern auf ein Verarbeitungskonzept des Terrorismus in den geschädigten USA setzt.
Optisch schwankt der Film. Die Kamera findet nicht immer den optimalen Punkt zum einfangen der Bilder und wirkt ähnlich hektisch wie der Schnitt. Die digitalen Effekte sind mal gut, mal eher übermäßig künstlich anzusehen. Hier merkt man das eingeschränkte Budget ganz schön.
Gerard Butler ("Gesetz der Rache", "300"), Aaron Eckhart ("The Dark Knight", "Thank You for Smoking", "World Invasion: Battle Los Angeles") sowie Rick Yune ("The Man with the Iron Fists") halten den Film, ohne aus ihren eingeschränkten Rollen heraus zu stechen. Morgan Freeman ("Million Dollar Baby", "Wanted") und Radha Mitchell ("Silent Hill"-Reihe) werden in ihren Nebenrollen übelst verheizt.
"Olympus Has Fallen" ist ein flotter Actionkracher, der sich zwar nicht mit der Konkurrenz messen kann, das Publikum aber überwiegend unterhält. Gerade die erste Hälfte wirkt durch den klassischen Erzählstil und den brachialen Übergriff auf das Weiße Haus sehr überzeugend. Mängel finden sich vor allem im technischen Bereich und dem zu bekannten Abhandeln von Standardsituationen. Als eine "Stirb langsam" im Weißen Haus Variante könnte man "Olympus Has Fallen" bezeichnen, wenn er denn nicht so generisch wäre.
6 / 10