Review

Des Herzogs Ursprung

Auf einer idyllischen griechischen Insel in einem friedlichen Küstenort erleben deutsche Soldaten das Ende des zweiten Weltkriegs - und verfallen trotz all der Schönheit, Sonne und Ruhe langsam doch dem Frust und Wahnsinn…

Griechischer Wein

„Lebenszeichen“ liegt mir am Herzen. Ich liebe die griechischen Insel und habe gerade mit der Küstenstadt Chania persönliche Geschichte und wundervolle Erinnerungen. Und genau dorthin legt Herzog seinen sehr ungewöhnlichen „Kriegsfilm“, der menschlicher, spezieller und sonniger kaum sein könnte. Ein Gegenentwurf zu Granaten und Schützengräben. Er hat damit direkt im Regiedebüt (!) bereits dem großen Malick einiges vorweggenommen. Naturalistisch, realistisch, erdig. Mit tollen Kontrasten aufgenommen, mittlerweile exzellent restauriert, die Aura und die Landschaften dieses griechischen Paradies' kann man kaum in Worte fassen - aber Herzog packt sie sehr gut in seinem Film. Er verteufelt die deutschen Soldaten nicht. Er verklärt die griechische Lebensweise nicht. Und er macht mit „Lebenszeichen“ sehr viel richtig. Er sieht Details, er schaut in den besten Momenten in Seelen. Selbst wenn im Grunde kaum etwas passiert… 

Fazit: bildstarkes und ungewöhnliches Debüt von Werner Herzog. Charakterstudie statt Kriegsfilm. Griechenland statt Deutschland. Urlaub statt Krieg. Fast meditativ. Und lehrreich. Und auch etwas bitter. 

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