Review

Uns Uwe, für viele sicher ein Grauen, aber die letzten zwei Dekaden ohne Frage der beste deutsche Regie-Export. Da gab es sicher viele wenig ansprechende Werke, aber auch einiges, wo er zeigt, dass er sicher nicht der schlechteste Regisseur aller Zeiten ist.
Zum Film. Optisch sicher nicht ganz erste Liga, aber auch von dort kommt immer mehr, vor dem sich AOWS absolut nicht verstecken muss. Purcell meistert seine Hauptrolle und in den Nebenrollen gibt es einen wunderbaren Blumenstrauß voller zu dem Zeitpunkt verwelkter ehemaliger Größen. Immer wieder tauchen Gesichter auf, welche dem Filmfan ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, genau wie die zahlreichen Travis Bickle Referenzen.
Boll ist ein Mann der klaren Worte, unverblümt bringt er seine Kapitalismus-Kritik auf die Leinwand und schafft es sogar die Gefühlswelt der zentralen Figur glaubhaft an den Zuschauer zu vermitteln. Das Ausgeliefertsein an eine gewissenlose Kraft, die Ohnmacht, die Schlinge, die sich immer enger zieht, ein Schicksalsschlag folgt dem nächsten. Aus Sorge wird Verzweiflung, wird Zorn.
Das Finale dann als schwieriges Statement, eine deutliche Relativierung. Nicht nur im Versuch, das kommt durchaus beim Zuschauer (nicht negativ) an.

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