Review
von Leimbacher-Mario
Traumduo macht (wenn überhaupt) Durchschnittsfilm
Nach legendären Abenteuern wie „African Queen“, „Sierra Madre“ oder „Maltese Falcon“ konnte im Doppel Huston/Bogart doch eigentlich nur noch Gold herumkommen, oder? Dachte ich eigentlich auch, doch „Beat The Devil“ könnte kaum weiter entfernt sein von solchen Meisterwerken und beweist eindrucksvoll blass, dass selbst eingespielten Duos und echten Könnern ihrer Materie nicht immer alles spielend gelingen will. Obwohl es kein Müllfilm ist. Aber nicht nur die selbst gelegten Messlatten waren wohl einfach unfair hoch… Erzählt wird hier von einem Ehepaar, dass mit Hilfe von ein paar zwielichtigen Gestalten von Italien nach Afrika übersetzen will…
„Beat The Devil“ deutet exotische Kulissen an, fühlt sich aber leider immer lahm, zahm und studio an. Er bietet auf dem Papier Stars und Namen, in echt können aber selbst die das Ruder nie rumreißen. Ein Abenteuerfilm ohne Abenteuer. Ein Liebesfilm ohne Knistern. Sonne ohne Schweiß, böse Buben ohne Taten, Reden ohne Folgen. Ein paar mal glänzen Lorre, Lollobrigida und Co. mit Mimik, Charisma und Monologen, das ist ihnen eben in die Wiege gelegt. Auch Bogarts Coolness ist jetzt nicht auf einmal weg. Und dennoch ist „Beat The Devil“ einfach kaugummizäh. Es wird viel gequatscht und wenig getan, es wird viel der Mund wässrig gemacht und dann nur wenig auf den Teller gebracht, es liegt wohl ein legendärer Roman zugrunde, doch diese filmische Version nähert sich eingeschlafenen Füßen in Zelluloidform. Und das bei seiner enorm kurzen Laufzeit. Muss man erstmal schaffen - mit diesen Stars, mit dieser Vorlage, mit diesen Ambitionen. Ein Flop, der durch private Investitionen der Legende nach sogar Bogart doppelt und dreifach teuer zu stehen bekam. Schade. Selbst wenn er nicht weh tut, dürfte keiner der Beteiligten hiermit zufrieden gewesen sein.
Fazit: leider halten weder das Genre „Abenteuerfilm“ noch die großen Namen und hübschen Gesichter, was man sich automatisch verspricht. Ziemlich ödes Schaulaufen - aber immerhin der ganz, ganz Großen!